Wird es Zeit für einen Kinofilm mit Thiel & Boerne?

Axel Prahl und Jan Josef Liefers 2014 bei der Kino-Preview des 25. Münster-Tatort "Der Hammer".
Axel Prahl und Jan Josef Liefers 2014 bei der Kino-Preview des 25. Münster-Tatort "Der Hammer".
Foto: WDR/Claus Langer
Mit durchschnittlich mehr als 12 Millionen Zuschauern sind die Münsteraner "Tatort"-Ermittler die Quotenkönige der deutschen TV-Krimi-Szene. In unseren Augen ist der Sprung auf die große Leinwand längst überfällig.

Selbst wenn Axel Prahl und Jan Josef Liefers mit ihrem 32. Fall "Gott ist auch nur ein Mensch" (19. November, 20.15 Uhr, Das Erste) die magische Quotenschallmauer von 15 Millionen Zuschauern nicht durchbrechen sollten – das Münsteraner "Tatort"-Duo Thiel und Boerne ist kino-überreif!

Ihr Quotenkönig-Vorgänger Schimanski hatte bereits mit "Zahn um Zahn" (1985) und mit "Zabou" (1987) bewiesen, dass "Tatort"-Ermittler formidable Kinohelden abgeben können. Das Ego der Figuren muss halt nur groß genug für die große Leinwand sein. Und seien wir ehrlich: Egomanischer als Professor Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne ist im deutschen Krimistadel keiner – nicht einmal Til Schweigers Krawall-Kommissar Nick Tschiller, der nach nur vier TV-Einsätzen mit "Tschiller: Off Duty" (2016) auch im Kino auf ganz dicke Hose machen durfte.

Erste Pläne für einen Kino-"Tatort" mit Thiel und Boerne gab es bereits 2013. Also ran ans Werk – mit einer Empfehlung: Der hemdsärmelige Bulle und der snobistische Akademiker sollten ihre preisgekrönten Kabbeleien (GOLDENE KAMERA 2011) vom beschaulichen Münster auf eine größere Bühne verlagern.

Wie wär’s mit einer Luxuskreuzfahrt, auf der das dysfunktionale Duo Holmes-Watson-mäßig eine Murder-Mystery lösen muss? Oder wenn Thiel von seiner Vergangenheit in St. Pauli heimgesucht und der blasierte Boerne zu einer Undercover-Mission im Hamburger Rotlichtviertel genötigt würde? Die Kinofilm-Möglichkeiten sind mannigfaltig – mein Popcorn steht bereit!

Zum Autor: In seinen 12 Jahren als Redakteur beim Filmmagazin CINEMA hat Alexander Attimonelli nicht nur eine Leidenschaft für Filmkunst abseits des Mainstreams entwickelt, sondern auch frühzeitig verinnerlicht, dass exzessives Binge-Watching eine Tugend ist.