Droht der Samstagabendshow-Overkill?

"Verstehen Sie Spaß?" ist eine von vier Samstagabendshows, die am 9. Dezember gegeneinander antreten.
"Verstehen Sie Spaß?" ist eine von vier Samstagabendshows, die am 9. Dezember gegeneinander antreten.
Foto: © SWR
Mit gleich vier parallel laufenden Shows buhlen die Fernsehsender an diesem Wochenende um die Gunst des Publikums. Geht’s noch?

Am 9. Dezember treten um 20.15 Uhr gegeneinander an: Guido Cranz mit "Verstehen Sie Spaß?" (Das Erste), Johannes B. Kerner mit der Live-Gala "Ein Herz für Kinder" (ZDF), Daniel Hartwich mit der vorletzten Runde von "Das Supertalent" (RTL) und Schlager-Goldkehlchen Stefanie Hertel mit "Die große Show der Weihnachtslieder"(MDR).

Da ist doch für jeden Geschmack etwas dabei, könnte man meinen und auf gewisse Weise recht behalten. Aber was ist aus der guten alten Fernsehzeit geworden, als sich die Familie lagerfeuergleich vor der Glotze versammelt hat, um gemeinsam einer Sternstunde der gepflegten Unterhaltung beizuwohnen?

Ich weiß, das klingt wie das klassische "Früher war alles besser"-Gequengel. Aber gerade im Show-Segment hat die Quotenjagd der Programmverantwortlichen dazu geführt, dass der ultimative Prime-Time-Slot am Samstagabend zum kannibalisierenden Konkurrenzkampf um die Zuschauergunst verkommen ist, bei dem Einfallsreichtum und das Bemühen um unvergessliche TV-Momente auf der Strecke bleiben.

Ich übertreibe maßlos? Dann schauen wir doch einen Samstag voraus: Am 17. Dezember, gibt’s zur besten Sendezeit einen Kampf der Generationen ("Klein gegen Groß – Das unglaubliche Duell", Das Erste), einen Fernsehkoch, der unbedingt mehr als seine Löffel schwingen will ("Schlag den Henssler", ProSieben) und das finale Casting-Armageddon ("Das Supertalent", RTL).

The show must go on? Wenn das am Samstagabend so weiter geht, eine bedrohliche Vorstellung.

Zum Autor: In seinen 12 Jahren als Redakteur beim Filmmagazin CINEMA hat Alexander Attimonelli nicht nur eine Leidenschaft für Filmkunst abseits des Mainstreams entwickelt, sondern auch frühzeitig verinnerlicht, dass exzessives Binge-Watching eine Tugend ist.