Sollte Daniel Craig endlich in 007-Rente gehen?

Geburtstagskind Daniel Craig will in „Bond 25“ (2019) zum fünften Mal den britischen Geheimagenten spielen – unser Kolumnist ist strikt dagegen.
Geburtstagskind Daniel Craig will in „Bond 25“ (2019) zum fünften Mal den britischen Geheimagenten spielen – unser Kolumnist ist strikt dagegen.
Foto: © 20th Century Fox
Zu Daniel Craigs 50. Geburtstag am 2. März 2018 richtet unser Kolumnist eine persönliche Grußbotschaft an den James-Bond-Darsteller.

Lieber Daniel Craig,
das Wichtigste zuerst: Alles Gute zum runden Geburtstag! Zum Deinem 50. am 2. März wünsche ich Dir fürs neue Lebensjahr viel Glück, Gesundheit und neue berufliche Herausforderungen. Mit anderen Worten: Bitte hör’ auf als James Bond!

Nicht falsch verstehen: Du warst ein guter Doppel-Null-Agent, einer der besten. Dein rauher, humorloser Bond war nach Pierce Brosnan genau das, was wir damals brauchten. Damals.

Aber ist es wirklich ein Zufall, dass Dein bester Bond-Film "Casino Royale" Dein erster war? Danach ging es – mit Ausnahme von "Skyfall" – bergab. Trauriger Tiefpunkt: "Spectre". Was nicht Deine Schuld war. Das konfuse Drehbuch (Bösewicht Blofeld ist Bonds Adoptivbruder!?!) schaffte es sogar, Christoph Waltz schlecht aussehen zu lassen – ein echtes Kunststück. Doch "Spectre" zeigte eines: Die Bond-Autoren brauchen neue Impulse. Und wenn Du ganz ehrlich bist: Du selbst auch.

"Eher schneide ich mir die Pulsadern auf!" Das war Deine Antwort, als Du 2015 nach einer möglichen Rückkehr als 007 gefragt wurdest. Und trotzdem willst Du jetzt bei "Bond 25" wieder den Superspion geben. Erinnere Dich doch mal zurück an "Logan Lucky"! In der Gangsterkomödie aus dem vergangenen Jahr hast Du mal wieder gezeigt, was Du draufhast, wenn Du den maßgeschneiderten Smoking und die Walther PPK ablegen darfst. Als blondierter Knasti (Deine eigene Idee!) stahlst Du allen die Show.

Also, mach Dir zum 50. selbst das schönste Geschenk: Quittier’ den Agenten-Dienst, egal wie viele Nullen auf dem Scheck stehen. Noch ist es nicht zu spät. Und mach’ Dir keine Sorgen über Deine Nachfolge. Ich habe den perfekten Kandidaten schon gefunden. Er spielte früher bei "Downton Abbey" und hat schon 2014 mit dem Actionthriller "The Guest" (YouTube-Trailer) einen inoffiziellen Bond-Bewerbungsfilm gedreht. Der Name ist Stevens, Dan Stevens. Beim Vornamen brauchen wir uns also nicht groß umgewöhnen.

Feier schön,
Dein Michael Tokarski

Zum Autor: Schlechtes Fernsehprogramm? Gibt’s nicht! Gepriesen seien Sky, Netflix, Amazon und vor allem der Festplattenrekorder, um nächtliche TV-Perlen aufzuzeichnen. Auf Michael Tokarskis Hard Disk ist immer Primetime. Und die vielen spannenden Filme im Kino schauen sich auch nicht von allein.