GOLDENE KAMERA-Preisträger Horst Stern gestorben

Horst Stern kehrte 1997 nach 18 Jahren Pause noch einmal mit einer eigenen Sendung ins Fernsehen zurück: Für "Spiegel TV" drehte er die Reportage "Sterns Bemerkungen über einen sterbenden Wald".
Horst Stern kehrte 1997 nach 18 Jahren Pause noch einmal mit einer eigenen Sendung ins Fernsehen zurück: Für "Spiegel TV" drehte er die Reportage "Sterns Bemerkungen über einen sterbenden Wald".
Foto: dpa
Er war ein Kämpfer für die Natur und die Tierwelt: Horst Stern hat sich in vielen TV-Reportagen und Veröffentlichungen für den Umweltschutz eingesetzt. Bereits am Donnerstag ist er im Alter von 96 Jahren gestorben.

Mit eindrucksvollen, teils drastischen Filmaufnahmen und Kommentaren hatte Stern vor einem gedankenlosen Umgang mit der Natur gewarnt und Missstände aufgedeckt. Seine ARD-Sendung "Sterns Stunde", für die er 1971 mit der GOLDENEN KAMERA ausgezeichnet wurde, ist vielen älteren Fernsehzuschauern auch heute noch ein Begriff. 1975 gründete er unter anderem mit Bernhard Grzimek den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Zuletzt lebte er zurückgezogen in Passau.

Über Horst Stern

Geboren wurde Horst Stern 1922 in Stettin (heute Szczecin/Polen). Nach einer Banklehre wechselte er zum Journalismus und begann 1950 bei den "Stuttgarter Nachrichten". 1974 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Stuttgart. 1984 zog sich Stern aus der aktuellen Berichterstattung zurück, machte aber als freier Schriftsteller auf sich aufmerksam, unter anderem mit "Mann aus Apulien" und "Jagdnovelle".

In einem Interview Mitte der 90er Jahre wirkte er resigniert: Er habe seine hochgesteckten Ziele nicht erreicht. "Nichts hat sich geändert. Die Legebatterien sind nicht kleiner geworden, die Kälber stehen noch in der Dunkelbox, die Tierquälerei hat sogar zugenommen." Er habe den Menschen den Charakter ihrer Gesellschaft vorführen wollen, sagte Stern und fügte hinzu: "Aber man hat mich unterm Strich für einen Tierfilmer gehalten."

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