Bruno Ganz ist tot

Der Schweizer Bruno Ganz wurde 2014 mit der GOLDENEN KAMERA für sein "Lebenswerk" ausgezeichnet. Jetzt starb die Schauspiellegende in der Nacht von Freitag auf Samstag im Alter von 77 Jahren in Zürich.

Bruno Ganz war einer der bekanntesten und größten Schauspieler des deutschsprachigen Theaters und Kinos.

Weltruhm erlangte er durch seine Verkörperung von Adolf Hitler im Film "Der Untergang". Von der Kritik wurde dieser Film in höchsten Tönen gelobt, Ganz selbst empfand die Rolle Hitlers als einen Einschnitt in seinem künstlerischen Wirken. Seine letzte Kinorolle spielte Ganz 2017 in "Der Trafikant". Darin verkörpert er den Psychoanalytiker Sigmund Freud.

Bereits in jungen Jahren auf der Bühne

Der Sohn eines Schweizer Fabrikarbeiters und einer italienischen Mutter wuchs in Zürich auf. Schon als Schüler entdeckte er die Bühne für sich. Nach ersten Engagements traf er in Bremen den Regisseur Peter Stein mit dem er lange zusammenarbeitete. Große Erfolge feierte in den 1970er Jahren an der von ihm mit mitbegründeten Berliner Schaubühne. Dort spielte er unter anderem die Titelrolle in Ibsens "Peer Gynt" und in "Kleists Traum vom Prinzen Homburg".

Präsenz auf dem Bildschirm

Mitte der 70er Jahre wurde auch der Film zu seinem Metier. Zu den ersten Produktionen zählten die Literaturverfilmung "Die Marquise von O." (1976), in der Ganz den Grafen spielte, und Peter Steins Verfilmung der "Sommergäste".

Später folgten Werner Herzogs "Nosferatu" (1978) und Volker Schlöndorffs "Die Fälschung" (1981). Unter der Regie von Wim Wenders spielte er 1977 die Hauptrolle in "Der amerikanische Freund" und drehte 1987 "Der Himmel über Berlin".

Im Sommer 2018 sollte Ganz in der "Zauberflöte" bei den Salzburger Festspielen mitwirken, doch dazu kam es nicht mehr. Damals berichteten die Medien über eine Krebserkrankung.