Jürgen Holtz ist gestorben

Der Film- und Theater-Schauspieler Jürgen Holtz ist im Alter von 87 Jahren verstorben. Unvergesslich seine Rolle als nörgelnder DDR-Hasser in der Serie "Motzki".

Jürgen Holtz starb am Sonntag im Alter von 87 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung, wie das Berliner Ensemble der Nachrichtenagentur dpa bestätigte.

Einer der ganz Großen

wurde 1932 in Berlin geboren, studierte er Schauspiel in der DDR und arbeitete seit Mitte der 1950er Jahre an mehreren Bühnen und für die Defa. 1983 verließ Jürgen Holtz die DDR. In der BRD setzte er seine erfolgreiche Karriere fort. Eine Theaterrolle brachte ihm zwei besondere Ehrungen: Für seine Darstellung als der Alte im Drama „Katarakt“ von Rainald Goetz erhielt er den Gertrud-Eysoldt-Ring und wurde vom Magazin „Theater heute“ zum Schauspieler des Jahres 1993 gekürt.

Dem Fernsehpublikum wurde er bekannt durch seine Rolle in der ARD-Serie "Motzki", in der er ab 1993 satirisch die deutsch-deutsche Vereinigung in den Blick nahm. Auch in Filmen war er zu sehen, etwa in der Wende-Komödie „Good Bye, Lenin!“ (2003) und in Margarethe von Trottas Porträtfilm „Rosa Luxemburg“ (1986).

Gedenkveranstaltung für Holtz

Zuletzt stand Holtz in der Titelrolle von Bertolt Brechts "Galileo Galilei" in der Regie von Frank Castorf auf der Bühne des Theaters am Schiffbauerdamm. Das Theater will ihn zum Anfang der nächsten Spielzeit mit einer Gedenkveranstaltung ehren, wie die Bühne am Montag mitteilte. Der Intendant des Berliner Ensembles, Oliver Reese, würdigte Holtz für seine "knorrige Präsenz auf der Bühne" und seinen "klaren, kritischer Geist". Er hinterlasse eine schmerzhafte Lücke.