Schlimmer Fall von Entmietung im "Tatort: Die dritte Haut"

Die Berliner "Tatort"-Kommissare: Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke).
Die Berliner "Tatort"-Kommissare: Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke).
Foto: © rbb/Gordon Mühle
Findige Vermieter wollen Bewohner zum Auszug zwingen. In Berlin haben die Dreharbeiten zum "Tatort: Die dritte Haut" begonnen.

Luxussanierte Eigentumswohnungen bringen mehr Geld als günstige Mieten - das führt zu einem Kampf zwischen Eigentümern und Mietern. Wie schrecklich dieser Konflikt werden kann, zeigt der neue Berliner "Tatort". Meret Becker und Mark Waschke drehen derzeit in Wedding, Wilmersdorf und weiteren Stadtteilen Berlins.

Darum geht's im "Tatort: Die dritte Haut"

Zwangsräumung in Berlin: An einem kalten Novembermorgen muss Otto Wagner (Peter René Lüdicke) mit seiner Familie die Wohnung verlassen. Nach der Übernahme des Mietshauses durch die Ceylan Immobilien wird es Stück für Stück entmietet. Alte Verabredungen gelten nicht mehr und so sorgt die Umzugsfirma von Axel Schmiedtchen (Ingo Hülsmann) für eine schnelle, besenreine Übergabe. Vor kurzem war das Haus noch ein Sinnbild der berühmten "Berliner Mischung". Jetzt will Gülay Ceylan (Özay Fecht), die Chefin des kleinen Familienunternehmens, das Haus luxussanieren, um es später in Eigentumswohnungen umzuwandeln.

Doch es gibt Widerstand. Vier Mietparteien im Haus klammern sich an ihre noch bezahlbaren Wohnungen, wollen sie unbedingt behalten. Und jeder hat seine Gründe dafür. Die junge Familie Malovcic bekommt Nachwuchs, die alte Frau Kirschner (Friederike Frerichs) lebt schon fast 60 Jahre im Haus, Jenny Nowack (Berit Künnecke) ist alleinerziehend, ihre Kinder haben im Kiez ihre Freunde und Peter de Boer (Tijmen Govaerts) verdient als freischaffender Journalist kaum etwas. Er kämpft mit seinen Mietrebellen in den sozialen Netzwerken gegen die Ungerechtigkeit auf dem Berliner Wohnungsmarkt.

Als der Juniorchef der Immobilienfirma, Cem Ceylan (Murat Dikenci), tot vor dem Haus liegt, hat die Berliner Mordkommission einen neuen Fall. Rubin (Meret Becker) und Karow (Mark Waschke) ermitteln zu Zeiten von Covid-19 in dem Mietshaus im Wedding. Die beiden Kommissare werden mit dem Berliner Mietenwahnsinn konfrontiert und der existenziellen Sorge von Menschen um ihre "dritte Haut", den vier Mauern, in denen sie wohnen und die mehr als ihr Zuhause sind.

Hintergrund

"Wer in Berlin wohnt, kommt um das Thema Mieten gar nicht herum. Der Kampf um eine bezahlbare Wohnung nimmt immer mehr zu. Als ich in den Nachrichten sah, dass sich über 800 Leute bei einer Wohnungsbesichtigung im Prenzlauer Berg drängelten, war mir sofort klar, dass das Thema auch ein 'Tatort'-Thema ist. Würden wir für eine bezahlbare Wohnung jemanden töten?", erklärt Drehbuchautorin Katrin Bühlig ihre Idee zu dem aktuellen Fall.

Die Dreharbeiten dauern noch bis voraussichtlich kurz vor Weihnachten an. Die Ausstrahlung ist für das zweite Quartal 2021 geplant.

Sehen Sie in der Bildergalerie die Szenenfotos des letzten Berliner "Tatort: Ein paar Worte nach Mitternacht":