Ulrike Kriener: Der Liebe wegen zog sie mit 17 von zuhause aus

Ulrike Kriener spricht in der "NDR Talk Show" über ihre Jugend.
Ulrike Kriener spricht in der "NDR Talk Show" über ihre Jugend.
Foto: NDR / Uwe Ernst
Ulrike Kriener steht seit 45 Jahren vor der Kamera. Die Schauspielausbildung war allerdings nie geplant – genauso wie der Auszug von zuhause im Teenie-Alter.

Seit fast 20 Jahren steht Ulrike Kriener (68) als Kommissarin Lucas in der gleichnamigen Serie vor der Kamera. Ihr Schauspieldebüt hatte sie vor 45 Jahren in dem Film "Britta". Dass es mal zu so einer Karriere kommt, damit hat die Schauspielerin sicher am allerwenigsten gerechnet. Denn der Weg zum Beruf der Schauspielerin war für sie nicht immer so klar vorgezeichnet.

Ulrike Kriener: "Ich bin relativ früh abgehauen von zuhause"

In der "NDR Talk Show" (hier streamen) spricht Ulrike Kriener mit Ersatzmoderatorin Elena Uhlig (47) über ihre Jugend. Bereits mit 17 packte sie ihre Sachen und zog vom heimischen Ruhrgebiet nach Hamburg – der Liebe wegen. "Ich bin relativ früh abgehauen von zuhause. So war das damals. Da hieß Volljährigkeit noch 21. 17 war natürlich ein bisschen früh. Ich hatte mich verliebt in einen jungen Mann, ich war sehr unglücklich und unzufrieden mit meiner Situation im Ruhrgebiet. Ich war in der Schule grottenschlecht, ich bin sitzengeblieben, hab versucht eine Ausbildung zur Arzthelferin zu machen – es wurde nix aus mir. Und dann kam mir das sehr zupass, dass ich mich verliebt habe und ich bin dann diesem jungen Mann hinterher." Lange Haare und Cordhose soll ihre Jugendliebe getragen haben. Doch ihre Eltern haben sie ziehen lassen. "Meine Eltern waren klasse, weil sie großzügig waren. Sie haben mich gehen lassen. Weil sie gesagt haben, entweder geht der Samen auf oder nie. Das fand ich wirklich toll", beschreibt sie die Situation damals. Sie wollte selbstständig werden, ihr Leben in die Hand nehmen. "Meine Eltern haben mir damals 100 DM im Monat gegeben. Das war nicht so viel. Ich habe dann gearbeitet. Als Bedienung in Kneipen, als Telefonistin, als Fahrerin, ich habe alles Mögliche gemacht. Irgendwann bin ich wieder auf die Schule gegangen, weil ich gemerkt habe, so doll ist Leben mit solchen Jobs jetzt auch nicht. Und hab dann mit meinem Freund damals zusammen das Abitur nachgemacht. Dann wusste ich aber erstmal nicht, was ich machen sollte. Ich bin dann mit einer Freundin zusammen auf der Schauspielschule gelandet."

Ulrike Kriener: Seit 30 Jahren glücklich verheiratet

Noch während der Ausbildung in der Schauspielschule gab es erste Engagements und sie musste ihr geliebtes Hamburg verlassen. Wie es der Zufall so wollte, zog es sie zuerst ans Schlosstheater in Moers. Später dann allerdings nach München, wo sie ihren heutigen Ehemann kennengelernt hat. Mit Drehbuchautor und Regisseur Georg Weber ist Kriener seit 1992 verheiratet. Ein Umzug zurück nach Hamburg ist ausgeschlossen. "Der will in die Berge, mein Georg. Der ist Drachenflieger. Der ist eigentlich Frankfurter, aber wir haben uns in München kennengelernt." Über die Dynamik in ihrer Ehe und den gemeinsamen Schauspiel-Background sagt sie: Sie arbeite gerne für sich. "Ich rede mit ihm, aber ich brauche da auch eine gewisse Autonomie. Ich will das Gefühl haben, das ist nur meins." Ihr Ehemann hingegen teilt sich seiner Frau gerne mit.

Kriener und Weber haben zwei gemeinsame Söhne. Sohn Max wurde mit einem Herzfehler geboren, starb eine Woche nach seiner Geburt an Weihnachten 1992. Drei Jahre später erblickte Sohn Paul (26) das Licht der Welt. Er ist der ganze Stolz des Ehepaars.

Ulrike Kriener ist derzeit in dem Kinofilm "Einfach mal was Schönes" als Mutter von Karoline Herfurth zu sehen.