Smoking-Alarm bei der GOLDENEN KAMERA

Auf dem roten Teppich zur Verleihung der GOLDENEN KAMERA wird es glamourös: die Damen kommen in großen Roben und die Herren präsentieren sich im Smoking. Es ist das bekannteste "Black Tie"-Event in Deutschland.

Fred Astaire liebte noch den Frack mit weißer Fliege. König Edward VIII., später Duke of Windsor, bevorzugte bei Abendgesellschaften schon den Smoking mit schwarzer Fliege. Und Marlene Dietrich, die als eine der ersten Frauen im schwarzen Anzug posierte, öffnete den bis dahin Männern vorbehaltenen Stil der weiblichen Mode.

Der Siegeszug des Smokings

Die Berühmtheiten der 1930er-Jahre wurden zu Trendsettern: Der Smoking trat seinen Siegeszug gegen den Frack an. Den steifen Gesellschaftsanzug mit den knielangen Schößen trägt man inzwischen nur noch selten. Allenfalls Staatsempfänge oder Opernbälle schreiben den Dresscode "White Tie" vor: weiße Schleife, also Frack.

Ansonsten weiß jeder, woran er ist, wenn auf der Einladung "Black Tie" steht: schwarze Schleife, also Smoking. Das bedeutet: Die Feier beginnt nach 18 Uhr, und es wird elegant. Wie etwa auf dem roten Teppich zur Verleihung der GOLDENEN KAMERA (22. Februar, 20.15 Uhr, live im ZDF), einem der bekanntesten "Black Tie"-Events in Deutschland.

Walbusch - Partner der GOLDENEN KAMERA

Walbusch - Partner der GOLDENEN KAMERA

Der Smoking: eine britische Geschichte

Warum der Smoking seinen Namen den Briten verdankt, erklärt Bastian Georg Reuss, Senior Produktmanager des Solinger Bekleidungsunternehmens Walbusch: "Früher dinierten englische Gentlemen standesgemäß im Frack. Nach dem formellen Teil zogen sie sich in den Rauchsalon zurück – und eine legerere Oberbekleidung ohne Schwalbenschwänze über: das Smokingjackett aus Samt. Danach wechselten sie wieder in den unbequemen Rock, um Damen nicht mit dem Geruch von Zigarre und Pfeife zu belästigen."

Einige Quellen nennen Albert Edward, den späteren König Edward VII., als Smokingpionier: Weil er ebenso fein wie gemütlich zu Abend essen wollte, beauftragte er 1865 seinen Schneider Henry Poole, das erste kurze Dinnerjacket für ihn zu entwerfen. Über einen amerikanischen Gast bei Hof gelangte dieses Jackett 1886 in die USA. Dort präsentierte erstmals ein junger Dandy, Millionenerbe eines Tabakimperiums, die Anzugjacke ohne Schöße im elitären Tuxedo Club in New York und sorgte damit für Aufruhr. Die revolutionäre Abendgarderobe wurde von seinen Altersgenossen mehrfach kopiert – unter dem Namen "Tuxedo", wie der Smoking in den Vereinigten Staaten seitdem genannt wird.

Heute gibt es das noble Herrenoutfit etwa in der Gold Collection bei Walbusch für unter 500 Euro. Experte Bastian Georg Reuss verrät die Trends dieser Saison: "Die Jacke, meist einreihig geschnitten, hat ein seidenbesetztes, steigendes Revers. Ein Smoking ist in der Regel schwarz. Mit einer Ausnahme: In diesem Winter zeigen sich modebewusste Männer in dezentem Dunkelblau." Weiterhin gehöre zum Smoking ein weißes Hemd mit Klappmanschetten. "Bei den Accessoires greifen Modemutige zu Purple oder Marine", so Reuss. Sein Tipp: "Der Gentleman stimmt die Farben seiner Garderobe natürlich mit dem Outfit der Dame ab."

Bildergalerie: Alle Preisträger und Nominierten der GOLDENEN KAMERA 2018