Nachgefragt: Die GOLDENEN KAMERA-Momente der Suzanne von Borsody

Golden Girl: Unsere zweifache Preisträgerin Suzanne von Borsody bei der GOLDENEN KAMERA 2013, bei der Mitglied der Jury war.
Golden Girl: Unsere zweifache Preisträgerin Suzanne von Borsody bei der GOLDENEN KAMERA 2013, bei der Mitglied der Jury war.
Foto: © dpa
Sie ist zweifache Preisträgerin der GOLDENEN KAMERA, doch sowohl das Gewinnerfoto von 1980 als auch die Aufnahmen von 2001 geben Rätsel auf. Wir haben bei Suzanne von Borsody nachgefragt.

Das nächste Mal schauspielerisch auftrumpfen wird Suzanne von Borsody im Thriller-Drama "So weit das Meer" (15. April, 20.15 Uhr im ZDF) als Gegenspielerin von Uwe Kockisch. Bis es soweit ist, haben wir unsere zweifache Preisträgerin zu ihren beiden goldenen GOLDENE KAMERA-Momenten befragt und Überraschendes erfahren...

Suzanne von Borsody im GOKA-Interview

Sie wurden 1980 für ihre Rolle in der Miniserie "Beate S." und 2001 als "Beste Schauspielerin" mit der GOLDENEN KAMERA ausgezeichnet. Welche Erinnerungen haben Sie an diese beiden goldenen Momente?

SUZANNE VON BORSODY: Beim ersten Mal war ich völlig überfordert. Damals war die Veranstaltung ja noch sehr viel kleiner und ich noch sehr jung. Ich war verlegen und musste dauernd kichern, fand’s aber toll.

Zu meiner zweiten GOLDENEN KAMERA kam ich ja mit ratzekurzen Haaren. Das war lustig, weil ich schon auf dem roten Teppich nicht erkannt wurde und die Presse wegen der Frisur wild herumspekulierte. Warum ich die kurzen Haare hatte, ist eine längere Geschichte.

Ich verehre seit jeher Sigourney Weaver und bilde mir ein, dass sie mir alle meine Rollen weggespielt hat. (lacht) Dazu gehört auch Ripley in der "Alien"-Saga, für deren dritten Teil sie sich den Kopf geschoren hat. Seitdem dachte ich: "Ich würde mir auch gerne mal die Haare für eine Rolle abrasieren – wenn es inhaltlich Sinn macht."

Die Chance ergab sich ein paar Wochen vor der Verleihung, als ich mit Joseph Vilsmaier "Leo und Claire" drehte und ihn von folgender Idee überzeugen konnte: Als Claire Katzenberger bekomme ich einen Brief aus dem Gefängnis von meinem Mann Leo kurz vor seiner Hinrichtung.

In einer Rückblende in glücklichen Tagen erblicke ich mit Hochzeitsschleier auf dem Kopf im Schminkspiegel meinen Zukünftigen. Schnell ziehe ich den Schleier vors Gesicht und scheuche ihn weg. Kaum verschwindet er, zoomt die Kamera auf das verschleierte Gesicht. Ich streife den Schleier nach hinten weg und man sieht: die Haare sind ab. Die Kamera fährt zurück und man erkennt: Claire ist im Konzentrationslager.

So haben wir es auch gedreht. Die Szene kam dann zwar doch nicht in den Film, aber zumindest war für große Aufmerksamkeit bei der GOLDENEN KAMERA gesorgt. (lacht)

Was verbinden Sie außer Ihren beiden Auszeichnungen sonst noch mit der GOLDENEN KAMERA?

Was ich an der GOLDENEN KAMERA besonders mag, ist die Ernsthaftigkeit, mit der sich die Jury mit dem deutschen Film auseinandersetzt. Ich hatte ja 2013 selber das Vergnügen, in der Jury zu sitzen, und habe beim Sichten der Kandidaten gemerkt: "Mein Gott, wir machen ja richtig viele gute Filme!" Bei der Auswahl sind immer wieder auch Produktionen dabei, die leider Gottes zu so später Fernsehsendezeit laufen, dass man als berufstätiger Mensch kaum dazu kommt, sie sich anzugucken.

Aber neben der qualitativen Vorauswahl ist auch der gesamte Jury-Ablauf bei der GOLDENEN KAMERA toll, weil man permanent dazu ermutigt wird, seine Einschätzung zu Protokoll zu geben. Diese konstruktive Form der Jury-Zusammenarbeit fand ich besonders schön.

Auf dem Preisträger-Gruppenfoto 1980 halten alle Gewinner ihre GOLDENE KAMERA in den Händen – nur Sie haben ein Glas in der Hand. Was ist da passiert?

Bin ich das? Ja, stimmt. Keine Ahnung, das weiß ich nicht mehr. Ich glaube, ich habe sie bei der Garderobe abgegeben, um sie nicht zu verlieren.

Es gibt also keine lustige Anekdote zum dem Bild?

Nö. Außer, dass Peter Alexander erzählte, er freue sich, mich mal kennenzulernen. Er habe nämlich seine Tochter nach mir benannt, weil ihm der Name, den mir meine Mutter gegeben hat, so gefiel.

Goldene Momente der GOKA-Geschichte

Suzanne von Borsody ist bei weitem nicht die einzige, die bei der GOLDENEN KAMERA für goldene Momente gesorgt hat...

Wer bei der GOLDENEN KAMERA 2019 für goldene Momente sorgen wird, erfahren wir am 30. März ab 20.15 Uhr live im ZDF.