"Beste deutsche Schauspielerin": Petra Schmidt-Schaller

"Keine zweite Chance": Dienstag, 5. Dezember, 20.15 Uhr, SAT.1
"Keine zweite Chance": Dienstag, 5. Dezember, 20.15 Uhr, SAT.1
Foto: Sat.1/Christiane Pausch
Petra Schmidt-Schaller wird für ihre Rollen in "Ich war eine glückliche Frau" (Das Erste) und "Keine zweite Chance" (Sat.1) mit der GOLDENEN KAMERA 2018 ausgezeichnet.

Kurzfristig für den erkrankten Heino Ferch sprang Michael Kessler als Laudator ein und machte sich aus der Verkündung der Gewinnerin in der Kategorie "Beste deutsche Schauspielerin" einen Spaß: "Wenn man angerufen wird, für den erkrankten Heino Ferch einzuspringen, dann hast Du es geschafft!"

Laudatio "Beste deutsche Schauspielerin"

Da Gewinnerin Petra Schmidt-Schaller, die sich bei der Jury gegen Anja Kling und Karoline Eichhorn durchsetzte, ebenfalls mit 40 Grad Fieber im Bett lag, nahm ihr stolzer Vater Andreas mit Tränen in den Augen den Preis an ihrer statt entgegen und verlas eine Dankesrede seiner Tochter, die sich einst nicht davon abbringen ließ, in die Schauspieler-Fußstapfen ihrer Eltern zu treten.

Dankesrede "Beste deutsche Schauspielerin"

Die Preisträger der GOLDENEN KAMERA 2018

Innerhalb weniger Jahre hat sich Petra Schmidt-Schaller in die erste Reihe gespielt. Leise und zart ist sie zu Beginn des Ehe- und Nachbarschaftsdramas "Ich war eine glückliche Frau". Darin spielt sie die Ehefrau und Mutter Eva Sanders, die erfährt, dass sie und ihr Ex-Mann über Jahre beobachtet wurden. Vom älteren pensionierten Paar nebenan. Wie sie die Rolle der passiven Ehefrau abstreift und dabei immer mehr an Ausstrahlung gewinnt, ist faszinierend zu sehen.

Ebenso mitreißend ist ihr Spiel als einsame, aber kämpferische Mutter in dem Entführungsthriller "Keine zweite Chance", den sie von der ersten bis zur letzten Minute trägt. Darin spielt sie die Mutter einer Tochter, die aus dem Koma erwacht. Danach ist nichts mehr, wie es war: Ihr Mann wurde erschossen, ihre Tochter Jella (Amelie Theine) ist spurlos verschwunden. Stecken brutale Kinderhändler dahinter? "Mir war wichtig, dass wir diese Thematik im Film ansprechen und nicht nur eine Kidnappinggeschichte erzählen", sagt Schmidt-Schaller. So erhält der Thriller besondere Brisanz.

Fachfrau für extreme Mutterfiguren

Als Mutter einer sechsjährigen Tochter kennt die Schauspielerin die normalen Sorgen und Ängste um ein Kind. "Ich glaube schon, dass es einen Unterschied für die Rollen macht, wenn man die Komplexität einer Mutterschaft selbst erlebt, mit allen emotionalen Hochs und Tiefs." Vielleicht gilt die 37-Jährige auch deshalb gerade als Fachfrau für extreme Mutterfiguren ganz unterschiedlicher Couleur. Zuletzt war sie im Drama "Eine gute Mutter" als überforderte Frau mit psychischen Problemen zu sehen. Im TV-Film "Eine Braut kommt selten allein" spielt sie eine Alleinerziehende – an der Seite von Rapper Sido.

Populär wurde Petra Schmidt-Schaller 2013 als Kommissarin Katharina Lorenz, die "Tatort"-Kollegin von Wotan Wilke Möhring. Ihre erste Rolle bekam sie aber bereits 2003 angeboten, da war sie noch Schauspielstudentin. In "SOKO Leipzig: Tödliche Falle" spielt sie die Freundin eines Kriminellen an der Seite ihres Vaters Andreas Schmidt-Schaller. Ihren ersten großen Erfolg feiert Petra Schmidt-Schaller mit der Literaturverfilmung "Ein fliehendes Pferd" (2007). Für diese Leistung wird sie im selben Jahr als beste Nachwuchsdarstellerin mit dem Bayerischer Filmpreis ausgezeichnet. 2010 folgt eine größere Rolle in der Tragikomödie "Almanya - Willkommen in Deutschland". 2011 macht die Schauspielerin mit der Hauptrolle im Fernsehfilm "Das geteilte Glück" auf sich aufmerksam. Im selben Jahr ist sie in "Sommer in Orange" und "Unter Nachbarn" zu sehen. 2013 folgte dann das Engagement im "Tatort". Aber schon nach zwei Jahren stieg sie aus, da diese Rolle sie nicht mehr befriedigte und ihr viel Kraft und Zeit raubte. Zeit, die ihr fehlte. Für andere Filme. Und für ihr Kind.

Bildergalerie: Die Highlights der GOLDENEN KAMERS 2018