"Bester deutscher Mehrteiler/Miniserie": "4 Blocks"

In "4 Blocks" hält ein krimineller Araber-Clan Berlin mit Drogengeschäften und Schutzgelderpressung in Schach. Dafür gibt es die GOLDENE KAMERA 2018.

Nachdem sie schon den ganzen Abend in Einspielern als Hauptdarsteller der kleinen GOKA-Miniserie "Serienjunkies" unliebsame Begegnungen mit Figuren der drei nominierten Miniserien gemacht hatten, durfte das "Tatort"-Duo Jan Josef Liefers und Christine Urspruch in bester "Professor Boerne & Alberich"-Kabbelmanier "4 Blocks" als Sieger bekannt geben.

Stellvertretend für das ganze Team hielt ein sichtlich ergriffener Produzent Quirin Berg eine Dankesrede und schwor seine anwesenden Hauptdarsteller ein, bei der gerade in Entstehung befindlichen zweiten Staffel dieses "kleine mutige Projekt" fortzuführen. Direkt nach der Verleihung trafen wir die Hauptdarsteller Kida Khodr Ramadan und Veysel Gelin mit Regisseur Marvin Kren zum Interview.

Die "Mehrteiler/Miniserien"-Preisträger von "4 Blocks" im Interview

Die Preisträger der GOLDENEN KAMERA 2018

"So brachial realistisch hat noch niemand das Treiben krimineller Familienclans in Berlin porträtiert. Bildgewaltig und überaus spannend folgt die sechsteilige Thrillerserie von Regisseur Marvin Kren dem fiktiven libanesischen Gangsterclan Hamady, der angeführt von 'Toni' die Straßen Neuköllns beherrscht. Ein großes modernes Gangsterepos", begründet die Jury ihre Wahl.

Trailer zu "4 Blocks"

Darum geht's in "4 Blocks"

Ali Hamady genannt Toni (Kida Kohdr Ramadan) will sich Frau und Tochter zuliebe aus den kriminellen Geschäften seines libanesischen Clans in Berlin-Neukölln zurückziehen. Nach 26 Jahren in Berlin hofft er auf einen deutschen Pass, der ihn zu einem Neuanfang verhelfen könnte – ein Schicksal, das er mit vielen libanesischen Flüchtlingen teilt, die nach dem 1975 ausgebrochenen Bürgerkrieg nach Deutschland kamen.

Doch als sein Schwager Latif (Massiv) bei einer Razzia auffliegt, sieht er sich gezwungen, wieder die operative Führung des Clans zu übernehmen, während es zwischen seinem plötzlich wieder aufgetauchten Kumpel Vincent (Frederick Lau) und seinem hitzköpfigen Bruder Abbas (Veysel Gelin) zu immer größeren Spannungen kommt.

Kida Khodr Ramadan als Clanchef

Regisseur Marvin Kren weiß, wie er gute Leistungen abrufen kann, das bestätigen auch die erfahrenen Schauspieler im Cast: "Obwohl ich das Gettoleben kenne, holt Marvin noch einmal mehr Getto aus mir heraus", sagt Kida Khodr Ramadan, der in Kreuzberg aufwuchs und wie seine Figur Toni Hamady libanesischer Abstammung ist.

Frederick Lau spielt Vince

Ramadan steht zusammen mit seinem sehr guten Freund Frederick Lau ("Victoria") vor der Kamera. Dieser spielt Vince, einen alten Kumpel von Toni, der vor 15 Jahren von der Bildfläche verschwand und nun darum bittet, wieder für die Hamadys arbeiten zu dürfen. Vince ruft tiefes Misstrauen bei Tonis Bruder Abbas hervor und verschärft die ohnehin schon angespannte Beziehung zwischen den beiden.

Schauspieldebüt für Veysel Gelin und Massiv

Veysel Gelin war bislang nur Kennern von Gangster-Rap ein Begriff. Der 33-Jährige, der bis 2012 eine dreieinhalbjährige Haftstrafe wegen Körperverletzung mit Todesfolge verbüßt hatte, gibt hier wie sein Hip-Hop-Kollege Massiv ein Respekt einflößendes Schauspieldebüt.

Soundtrack zur Serie "4Blocks" - Veysel ft. Gringo & Massiv

Das Erfolgsgeheimnis: Ein authentisches Drehbuch

"Viele wollen ihr Leben in der Kriminalität hinter sich lassen", sagt Drehbuchautor Bob Konrad, der mit seinen Kollegen Hanno Hackfort und Richard Kropf für die Serie intensiv im Neuköllner Milieu recherchierte. "Das war selbst einem LKA-Polizisten sehr wichtig, mit dem wir gesprochen haben. Es ist ja nicht so, dass es alle lieben, Verbrecher zu sein."

Die Autoren bezogen ein Büro in Neukölln, um dort die Tonalität des Kiezes einzufangen. Kida Khodr Ramadan, der im Jahr 2000 von einem Sozialarbeiter für einen Film entdeckt wurde, sorgte für den richtigen Feinschliff: "Wir würden nicht sagen 'Wo ist das Dope?', sondern 'Wo ist das Material?'. Klar sagen wir auch nicht 'Wir haben einen SUV', sondern 'Wir haben ein Auto'. Wir sind ja keine Hipster. Aber das sind Kleinigkeiten. Das Buch war das authentischste, das ich je in der Hand hatte", so der 40-Jährige, der seine Rolle mit den Gangstern aus "Scarface" oder "GoodFellas" vergleicht.

Die Miniserie "4 Blocks" setzte sich bei der GOLDENEN KAMERA 2018 gegen "Das Verschwinden" und "Dark" durch.

Bildergalerie: Die Highlights der GOLDENEN KAMERS 2018