Der Nachwuchspreis der GOLDENEN KAMERA 2019 geht an Milena Tscharntke

Bei der GOLDENEN KAMERA 2019 wurde die 22-jährige Hamburgerin Milena Tscharntke mit der GOLDENEN KAMERA für herausragende Schauspieltalente ausgezeichnet.

Auch in diesem Jahr war die überraschende Bekanntgabe des Nachwuchspreises ein besonderes Show-Highlight. Die verdienstvolle Aufgabe kam den baldigen "Merz gegen Merz"-Streithähnen Annette Frier und Christoph Maria Herbst" zu, die sich erst gegenseitig durch Kakao zogen und dann den ganzen Saal zum Aufstehen animierten. Im augenzwinkernden Ausschlussverfahren mussten sich die Gäste nach und nach wieder setzen bis am Ende als einzige Milena Tscharntke stehen blieb.

Die sprachlose und sichtlich aufgeregte Nachwuchspreisträgerin, rang nach Worten, dankte ihrer sie immer unterstützenden Familie und sorgte beim Publikum mit ihrem Statement für Begeisterung: "Ich habe Lust zu spielen - also meldet Euch bitte!"

Video-Highlights | GOLDENE KAMERA 2019

Video-Highlights | GOLDENE KAMERA 2019

Über Mila Tscharntke

Als Tochter der beliebten Fernsehschauspielerin Andrea Lüdke ("Großstadtrevier", "Rote Rosen") gehört Milena Tscharntke zur Kategorie der Nachwuchshoffnungen, denen das Talent in die Wiege gelegt wurde. Doch dass die gebürtige Hamburgerin in die Fußstapfen ihrer Mutter trat, war eher dem Zufall geschuldet.

Ursprünglich war es nämlich ihre große Schwester Lilly, die das Erbe antreten wollte. Bei der Aufnahme in eine Schauspielagentur wurde sie von Klein-Milena begleitet, die spontan auch in die Kartei aufgenommen wurde und kurze Zeit später als Achtjährige in der "Stubbe – Von Fall zu Fall"-Episode "Tödliches Schweigen" erstmals vor der Kamera stand.

Auf den schauspielerischen Geschmack gekommen, verbrachte Milena Tscharntke ihre Sommerferien nicht in der Ferne, sondern lieber am Filmset. Nach diversen kleineren TV-Filmparts und einer Ensemblerolle in der KiKa-Serie "Bernd, das Brot" gab der aufstrebende Kinderstar in Vivian Naefes "Die wilden Hühner und das Leben" (2009) als 'Wildes Küken' Verena ihr Leinwanddebüt.

Die Rolle der Schulzicke Kim in der KiKa-Serie "Sturmfrei" (2011-2013) sorgte endgültig dafür, dass Tscharntke nach dem Abitur in Sachen Berufswahl keinen Plan B brauchte. Statt ein Schauspielstudium aufzunehmen, stürzte sich die bodenständige Autodidaktin ins "Learning by doing"-Geschäft, mutierte im Lochis-Kinofilm "Bruder vor Luder" (2015) zum titelgebenden Hingucker und verdrehte als selbstverliebte Schulschönheit Carola den Jungs in Matthias Kutschmanns 80er-Komödie "Radio Heimat" (2016) den Kopf.

Welch ausdrucksstarke und facettenreiche Charakterdarstellerin in ihr steckt, stellte Milena Tscharntke 2018 gleich mehrfach unter Beweis. In der Grimme-Preis-nominierten funk-Webserie "DRUCK" glänzt sie als Schülerin Mia, die sich mit ihrer kämpferisch-feministischen Art das eigene Liebesleben schwer macht. Im postapokalyptischen Endzeitdrama "Ende Neu" von Regiedebütant Leonel Dietsche verkörpert sie als 'Tochter' mit elfenhafter Zartheit die Unschuld, die in einer archaischen Männerwelt unter die Räder gerät.

Den größten Eindruck hinterließ Milena Tscharntke aber im TV-Drama "Alles Isy" des Regieduos Mark Monheim und Max Eipp. Als 16-jährige Titelheldin, die auf einer Party einen Drogenblackout erlebt und Opfer einer Gruppenvergewaltigung wird, verleiht sie der seelischen Zerrissenheit eines traumatisierten Teenager-Mädchens zwischen Selbstzweifel, Wut und Scham schmerzlich authentischen Ausdruck – unvergesslich und absolut preisverdächtig.