Neowesternserie "Tin Star": Ein Cop auf Rachetour

Mit vollem Einsatz: Tim Roth spielt in der britischen Serie "Tin Star" ganz groß auf.

Darum geht's in "Tin Star"

Ein neuer Job, ein neues Leben: Der Polizist Jim Worth (Tim Roth) zieht mit seiner Frau Angela (Genevieve O’Reilly) und seinen beiden Kindern von London in die kanadische Kleinstadt Little Big Bear in den Rocky Mountains. Worth hofft, dass er dort eine ruhigere Kugel schieben kann als in der englischen Metropole. Er will sein Alkoholproblem dauerhaft in den Griff bekommen und mehr Zeit für seine Familie haben. Mit diesem beschaulichen Szenario beginnt die britische Neowesternserie "Tin Star" (ab 6. November, 20.15 Uhr, Sky Atlantic HD). Doch dann kommt alles ganz anders: Die vermeintliche Idylle wird für den Cop zur Hölle auf Erden.

Trailer zu "Tin Star"

"Eigentlich war ich überhaupt nicht scharf darauf, die Hauptrolle in einer Serie zu übernehmen", sagt Tim Roth. "Doch als ich im Drehbuch gelesen habe, mit was für einem Hammer die erste Folge endet, war ich sofort Feuer und Flamme. Mir war klar, dass hier eine Geschichte extrem mutig und radikal erzählt wird. Nichts ist vorhersehbar, alles kann passieren – so muss es sein."

Das Drama in Little Big Bear beginnt, als ein Ölkonzern eine Raffinerie errichtet und dafür immer mehr Land kaufen will. Einige Bewohner sehen das als Chance auf Wohlstand, andere sind strikt dagegen. Sie fürchten sich vor Umweltzerstörung und dem Zuzug der fremden Arbeiter. Auch Polizist Worth legt sich öffentlich mit Unternehmenssprecherin Elizabeth Bradshaw ("Mad Men"-Star Christina Hendricks) an. Nur kurze Zeit später wird eine Gegnerin der Ölfima tot aufgefunden und Worth bedroht. Es beginnt mit Psychoterror – dann verliert der Cop bei einem Attentat einen ihm nahestehenden Menschen. Worth greift erneut zur Flasche und verwandelt sich unter dem Einfluss von Alkohol in einen aggressiven Rächer.

Paraderolle für Tim Roth

Die Story ist etwas überladen, aber der Cop auf Rachetour ist eine Paraderolle für Tim Roth. Und für die nahm er sich alle Freiheiten: "Gemeinsam mit den anderen Schauspielern habe ich vor der Kamera so viel wie möglich improvisiert, einmal sogar eine komplette Folge." Für den Drehbuchautor Rowan Joffe war das nicht leicht: "Die Zusammenarbeit mit Tim war wie eine leidenschaftliche, aber schwierige Ehe", sagt er. "Wir haben ständig darüber verhandelt, welche Drehbuchsätze er auf keinen Fall verändern darf." Rückblickend ist er mit dem Ergebnis aber zufrieden: "Einige der besten Momente der Serie waren spontane Ideen von Tim", sagt Joffe. "Er hat einen speziellen Humor mitgebracht, den ich so gar nicht hätte schreiben können."

Vom Erfolg der Serie sind die Macher überzeugt: Schon vor dem Serienstart wurde eine zweite Staffel in Auftrag gegeben.