13 Facts über die neue Serie "Das Boot"

Eine 40-köpfige Crew, Stars wie Tom Wlaschiha ("Game of Thrones") und Rick Okon ("Tatort") auf der U-612: Momentan laufen die streng geheimen Dreharbeiten zur 8-teiligen Mini-Serie "Das Boot". Wir trafen die Macher und Stars – und verraten 13 Facts über die Produktion.

1. Ist die Miniserie ein Remake von Wolfgang Petersens Meisterwerk aus 1981?

Nein! Zwar haben Sky Deutschland und die Produktionsfirma Bavaria Fiction anfänglich darüber nachgedacht, sich dann aber für eine achtteilige, 26,5 Millionen Euro teure Serie entschieden. Produzent und Chief Creative Officer der Bavaria Fiction Oliver Vogel: "Man kann Wolfgang Petersens Film nicht besser machen – nicht einmal mit Visual Effects."

2. Welche Stars spielen mit?

Rick Okon ("Tatort - Kartenhaus") ist der Chef an Bord: Der 28-Jährige spielt den unerfahrenen Kommandanten Klaus Hoffmann. Ebenfalls dabei: Tom Wlaschiha ("Game of Thrones"), Vincent Kartheiser ("Mad Men"), James D’Arcy ("MARVEL’s Agent Carter"), Thierry Frémont ("Juste un regard"), Vicky Krieps ("Colonia Dignidad"), Leonard Scheicher ("Finsterworld"), Rainer Bock ("Inglourious Basterds"), Robert Stadlober ("Das Sacher"), August Wittgenstein ("The Crown"), Franz Dinda ("Der Bankraub"), Stefan Konarske ("Der junge Marx"), Lizzy Caplan ("Masters of Sex") und Jonathan Zaccaï ("Robin Hood"). Eine lustige Casting-Anekdote: Kein Schauspieler durfte größer sein als 1,85 Meter – und, wie schon 1981, gibt’s auch diesmal ein teilweises Rasierverbot. Der Grund dafür: Auf U-Booten war das Trinkwasser knapp.

3. Worum geht’s inhaltlich?

Die Handlung beginnt im Herbst 1942, als der U-Boot-Krieg immer gefährlicher wird. Während eine blutjunge Besatzung ihre gefährliche Feindfahrt antritt, formiert sich im U-Boot-Hafen von La Rochelle die aufkommende Resistance. Außerdem geht’s um die Kriegsführung zu Land und zu See. Produzent Vogel zufolge halten sich die Erzählstränge an Land und auf Wasser übrigens die Waage, und sie werden durch die Geschwister Frank (Leonard Scheicher) und Simone Strasser (Vicky Krieps) verknüpft. Scheicher spiele einen Funker an Bord, Krieps eine Übersetzerin. Produzent Oliver Vogel: "Die Story wird sehr dramatisch, das gebietet allein die Geschichte: Die meisten Feindfahrten haben damals 30 Tage gedauert, und die durchschnittliche Überlebensdauer der jungen U-Boot-Besatzung lag bei nur 90 Tagen. Im Durchschnitt ist jede dritte Feindfahrt gesunken – mit Mann und Maus. Die jüngsten Bordmitglieder waren 15, und es haben teilweise sogar 21-jährige Soldaten als Kommandant ein U-Boot kommandiert." Obendrein, so Geschäftsführer und Produzent der Bavaria Fiction Kaiser, erkläre die Serie, wie die Resistance funktionierte, wie Nazis tickten und wie Menschen zu Mitläufern wurden. Kaiser: "Wir machen ambivalentes Fernsehen, das zum Nachdenken anregt."

4. Wo wird gedreht?

Auf einem 67 Meter langen, 6,5 Meter breiten und 240 Tonnen schweren U-Boot in La Rochelle! Sky-Sprecherin Birgit Ehmann: "Die Nachbildung wurde mit einem Frachtschiff von Malta nach La Rochelle gebracht. Zwar kann sie – trotz eines fehlenden Bootskiels – mit bis zu neun Knoten durchs Wasser gleiten, aber nicht abtauchen." Momentan dreht Sky Deutschland die Bar- und Bordellszenen in den Bavaria-Studios in München, bevor die Schauspieler dann die Innenaufnahmen in einem Prager Studio drehen. Der letzte Drehort ist ein künstliches, 11200 Quadratmeter großes und vier Meter tiefes Meerwasserbecken auf Malta, wo schon "Titanic" entstand. Dort wird Regisseur Andreas Prochaska zusätzlich ein kleineres Modell der U-612 vielen Strapazen aussetzen – inklusive Torpedoangriffen. Technisch interessant: Auf Malta können Flugzeugturbinen als Sturmerzeuger fungieren, und monströse Schütten erzeugen hier haushohe Schütten, die mehrere Tonnen Wasser fassen. Aber was passiert am Ende mit dem 240 Tonnen schweren Modell? "Das wird erstmal eingelagert", verrät Produzent Vogel.

5. Wann zeigt Sky Deutschland die Miniserie – und kann ich sie auch im 'Free-TV' sehen?

Birgit Ehmann: "Die Erstausstrahlung von ‚Das Boot’ ist in den Sky Gebieten Deutschland, Österreich, Italien, Großbritannien und Irland für Ende 2018 geplant." Ob der Achtteiler auch im Free-TV läuft, ist noch offen.

6. Hat Herbert Grönemeyer, dessen Figur Leutnant Werner 1981 als einzige überlebte, einen Cameo-Auftritt?

Oliver Vogel: "Nein. Die alte Besetzung haben wir nicht aufgenommen. Zwar wurde kontrovers darüber diskutiert, aber wir wollen etwas völlig Neues schaffen." Außerdem, so der Produzent, seien die damaligen Schauspieler inzwischen 36 Jahre älter, während die Serie spielt bloß ein paar Monate nach Petersens Film spiele.

7. Glauben die Macher, dass der Hype noch einmal funktioniert?

Oliver Vogel: "Wir sind uns bewusst, dass wir ein großes Erbe antreten – und dass wir Skepsis überwinden müssen. Doch das ist für uns ein Ansporn."

8. Wer schreibt die Drehbücher?

Ein internationales Autorenduo! Der Brite Tony Saint ("Margaret Thatcher: The Long Walkt o Finchley", "The Interceptor") und der Deutsche Johannes W. Betz ("Der Tunnel", "Die Spiegel-Affäre") arbeiten Hand in Hand. Dabei, so die Produzenten, blicke Saint unbefangen auf die deutsche Geschichte, während Betz um die spezifische deutsche Perspektive wisse. "Durch das Zusammenspiel der beiden", so Produzent Jan Kaiser, "entsteht eine besondere Dynamik, die Jung und Alt begeistert: Wir fesseln die Zuschauer, die das Original kennen – aber wir holen auch die jüngeren Fans von seriell erzähltem Fernsehen ab."

9. Gibt’s eine Fortsetzung?

Denkbar! Laut Frank Jastfelder, Leiter fiktionale Eigenproduktionen bei Sky, war eine Fortsetzungsfähigkeit von Anfang an die Voraussetzung für den Dreh.

10. Wie groß ist das internationale Interesse?

Frank Jastfelder: "Unglaublich groß! Wenn man bedenkt, dass ‚Das Boot’ schon in den ‚Simpsons’ vorkam, weiß man, dass der Stoff ein internationales Phänomen ist."

11. Warum führt Andreas Prochaska Regie?

Produzent Moritz Polter: "Wir wollten einen deutschsprachigen Regisseur – und jemanden, der das kann, was wir als Hauptkriterium für die Serie sehen, nämlich atmosphärisch arbeiten und aus einem sehr jungen Cast das herauszukitzeln, was wir als Potential beim Casting gesehen haben. Prochaska ist ein Regisseur mit exzellentem Gespür für Drama und Atmosphäre und Geschwindigkeit."

12. Was denkt Wolfgang Petersen über das Projekt?

Petersen – genau wie der damalige Hauptdarsteller Jürgen Prochnow – haben beide ihren Segen gegeben. "Das", so Kaiser, "gilt übrigens auch für den Filmkomponisten Klaus Doldinger und den damaligen Produzenten Günther Rohrbach. Dass Petersen und Rohrbach unser Sequel bejahen, ist uns sehr wichtig. Schließlich hätten sie auch sagen können: Seid Ihr verrückt?"

Titelmusik "Das Boot"

13. Wird die legendäre Titelmusik erneut eingesetzt? Oder singt Grönemeyer den Titelsong?

Moritz Polter: "Der Komponist heißt Matthias Weber."

Jan Kaiser: "Außerdem sind wir mit Klaus Doldinger in Gesprächen und es gibt natürlich die Überlegung, ob man die bekannte Titelmelodie wieder einsetzt."

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