Serie "Snowfall" über die süchtige Nation

Crack-Flut in Los Angeles! Die neue TV-Serie "Snowfall" beleuchtet, wie die Drogenschwemme 1983 die amerikanische Gesellschaft veränderte.

Darum geht's in "Snowfall"

Los Angeles im Jahr 1983: CIA-Offizier Logan Miller amüsiert sich in seiner Luxusvilla gleich mit mehreren schönen Frauen. Nur wenig später liegt er tot im Whirlpool, gestorben an einer Überdosis Kokain. Im Haus findet sein Kollege Teddy McDonald (Carter Hudson) noch weitere 50 Kilo der Droge. Dieselbe Stadt, ein anderes Viertel: Statt für die Highschool zu lernen, dealt der 19-jährige Franklin (Damson Idris) mit Marihuana.

Bei einem Porno-Casting staunt er über die enthemmende Wirkung einer brandneuen Droge, die Crack genannt wird – und sattelt erfolgreich auf den lukrativen Handel mit diesem Mix aus Kokain und Natron um. Bald darauf kreuzen sich seine Wege mit denen des CIA-Manns Teddy, der mexikanischen Gangsterboss-Tochter Lucia Villanueva (Emily Rios) und des Wrestlers Gustavo "El Oso" Zapata (Sergio Peris-Mencheta), der in blutige Machtkämpfe innerhalb des Drogenkartells verwickelt ist. Crack bestimmt zunehmend das Leben sämtlicher (Anti-)Helden in der US-Serie "Snowfall" (25.1., 21 Uhr, Fox).

Hintergrund

In bonbonbunten Bildern erzählt die zehnteilige Serie, wie extrem die erste Crack-Epidemie in den frühen 80er-Jahren Los Angeles veränderte. "Damals", so Regisseur und Drehbuchautor John Singleton ("Boyz n the Hood – Jungs im Viertel"), "schnellte die Zahl der süchtigen Bürger brutal in die Höhe, ebenso wie die Zahlen der Morde und die Profite der Dealer."

Rauchbares Kokain gab es bereits für fünf Dollar, in den US-Großstädten priesen Dealer die Droge damals mit dem perfiden Werbeslogan "Buy one, get one free" (Kaufe eins, erhalte eins gratis dazu) an. Mit fatalen Folgen: Die "Rocks" genannten Crack-Steine, die nur ein kurzes, aber intensives "High" auslösen, machten häufig bereits nach dem Erstkonsum abhängig. Die Mehrheit der Süchtigen waren Afroamerikaner aus armen Verhältnissen – was für sie als billiger Rausch begann, kostete schon bald bis zu 1000 Dollar pro Woche, manche Konsumenten verbrauchten 150 Gramm in nur 72 Stunden. Auch wenn die Crack-Welle abebbte, ist das Drogenproblem in den USA weiterhin aktuell – und massiver als je zuvor. 2015 wurden 52404 Drogentote gezählt, für 2016 und 2017 rechnen Experten mit deutlich höheren Zahlen.