"American Crime Story: Versace": Warum musste der Modeschöpfer sterben?

Wir waren am Drehort der Miniserie "American Crime Story" über den rätselhaften Mord an dem berühmten Modeschöpfer Gianni Versace.

Für Gianni Versace war dies die Treppe zu seinem Paradies – und in den Tod. Am 15. Juli 1997 wurde der italienische Modeschöpfer auf den Stufen zu seiner Villa Casa Casuarina von dem 27-Jährigen Serienmörder Andrew Cunanan erschossen. Wir besuchten den Ort des Verbrechens, das damals die Welt erschütterte. Was auffällt: Der extravagante dreistöckige Bau ist kein abgeschottetes Anwesen, er liegt mitten im Herzen von Miami Beach, am berühmten Ocean Drive. Und bis heute ist er noch eine Attraktion für Touristen wie für Einheimische.

Sky-Trailer zu "American Crime Story: Versace"

Hervorragender Cast

Versaces einstiges opulentes Domizil ist jetzt Schauplatz der Miniserie "American Crime Story: Versace" (ab Montag, 29. Januar, 20.15 Uhr, Sky Atlantic). Glamourös ist auch die Besetzung. Versace wird gespielt von Edgar Ramírez ("Joy"), seine Schwester Donatella von Oscarpreisträgerin Penélope Cruz, und Latino-Popstar Ricky Martin spielt Versaces Lebensgefährten Antonio D’Amico.

Hinter dem Zehnteiler steckt zudem einer der renommiertesten Serienmacher. Ryan Murphy hat zuvor TV-Hits wie "Nip/Tuck", "Glee" und "American Horror Story" kreiert. Und wie bei Letzterer widmet sich Murphy auch bei der "American Crime Story" mit jeder neuen Staffel einem anderen Thema. Staffel eins über den Gerichtsprozess gegen O. J. Simpson gewann 2016 sagenhafte neun Emmys.

Jetzt rekonstruiert Murphy den Mordfall Gianni Versace. "Er war eine der berühmtesten Persönlichkeiten der Welt", sagt der Serienschöpfer im Interview mit GOLDENE KAMERA. "Aber statt sich in einen goldenen Palast zurückzuziehen, lebte er direkt an der Straße. Versace liebte die Menschen." Um am Originalschauplatz drehen zu können, wurde die Villa für zwei Wochen gemietet. "Das Haus ist seit Versaces Tod nicht umgebaut worden. Seine Seele steckt in jeder Ecke. Jeden Tag entdeckte ich dort einen neuen Raum, von dem ich vorher nicht wusste. Zum Beispiel eine Dusche für acht Personen! Als ich die sah, wusste ich: Da drin müssen wir drehen!"

Der Mordfall Gianni Versace

Zwei Tage lang ließ Murphy zudem die Straße vor der Villa absperren, um dort die Todesszene zu drehen. An jenem Sommermorgen 1997 wurde Versace nach dem Zeitungholen von Andrew Cunanan erschossen, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite hinter Bäumen auf ihn gelauert hatte. Vier Menschen hatte Cunanan zuvor bereits umgebracht, als er Versace tötete. Die Serie beginnt mit diesem Mord und erzählt dann rückwärts. "Wir zeigen Cunanan und Versace als junge Männer", erklärt Ryan Murphy. "Mich interessiert, warum der eine ein kreativer Schöpfer wurde und der andere ein Zerstörer?"

Es geht aber auch um andere Fragen: Gab es eine Beziehung zwischen Versace und dem Mann, der auch als Callboy arbeitete? Ging es um Rache, als Cunanan ihn auf der Treppe erschoss? Um Eifersucht? Eines steht fest: Der Besucherstrom zu der Versace-Villa wird durch diese Serie nicht abreißen. Im Gegenteil.

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