Serien-Event der Woche: "River"

In dieser außergewöhnlichen BBC-Produktion glänzt Charaktermime Stellan Skårsgard als traumatisierter Polizist, der mit den Manifestationen der Toten spricht.

Wer die Deutschlandpremiere der BBC-Produktion "River" auf Netflix verpasst hat, kann und sollte den sechsteiligen Streich der "Broadchurch"-Macher jetzt als Free-TV-Premiere in Augenschein nehmen. Denn die auf arte in zwei Blöcken (am 1. und 8. Februar jeweils ab 20.15 Uhr) ausgestrahlte Miniserie hat mit dem üblichen Ermittler-Einerlei wenig zu tun.

Darum geht's in "River"

Der eigenbrötlerische Inspektor John River (Stellan Skarsgård) und seine Partnerin Jackie "Stevie" Stevenson (Nicola Walker) sind ein perfekt eingespieltes Team – mit einem Manko: Stevie ist tot und spukt dem traumatisierten River als Manifestation im Kopf herum. Der verbissen nach ihrem Mörder suchende Außenseiter wird aufgrund seines immer befremdlicheren Verhaltens von seiner Vorgesetzten Chrissie Read (Lesley Manville) zur Polizeipsychologin Rosa Fallows (Georgina Rich) geschickt und bekommt mit Ira King (Adeel Akhtar) einen neuen Partner zur Seite gestellt. River lässt sich aber nicht von seiner Mordermittlung in eigener Sache abbringen, die ihn schließlich auch zu Stevies entfremdeter Familie führt...

Trailer zur Miniserie "River" (TV-Start: 1.2.2018)

GOKA-Wertung

Das packende Crime-Charakterstück aus der Feder von "Die Eiserne Lady"-Autorin und "The Hour"-Schöpferin Abi Morgan entpuppt sich nicht nur als perfekte Bühne für den schwedischen Charakterdarsteller Stellan Skarsgård ("Nymphomaniac"), der als psychisch instabiler Ermittler eine bravouröse Schauspiel-Tour-de-Force durch alle menschlichen Emotionen zum Besten gibt. Durch den Kunstgriff, dass seine tote Kollegin Stevie nicht die einzige Geistererscheinung ist, die nur für den Zuschauer sichtbar im Kopf des Helden herumspukt, erhält der Krimiplot in "River" auch eine faszinierende Doppelbödigkeit.

Vor allem Eddie Marsan als Manifestation des historischen Serienmörders Thomas Neill Cream, dessen Biografie River gerade liest, bringt als geistgewordene Verkörperung von Rivers eigener dunklen Seite packende Dynamik in die smart konstruierte Mördersuche. Und sorgt mit dafür, dass "River" das spannendste Krimiformat seit langem ist.

Muss ich sehen, weil...
..."River" auf erfrischend originelle Weise meilenweit vom stereotypen TV-Ermittler-Einerlei entfernt ist.

Für Fans von...
..."Luther" (seit 2010) mit Idris Elba und "Professor T." (seit 2017) mit Matthias Matschke.

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