GOLDENE KAMERA-Kandidat "Bad Banks"

Die Thrillerserie „Bad Banks“ erzählt vom Sog der Macht in der Finanzwelt. Packend – und ernüchternd!

Arte sendet vier Folgen am Donnerstag, 1. März 2018, und die letzten 2 Folgen Freitag, 2. März 2018, jeweils ab 20.15 Uhr. Das ZDF zeigt alle sechs Folgen von "Bad Banks" innerhalb von drei Tagen (Teil1&2 am 3. März, Teil3&4 am 4.März, 22.00 Uhr; Teil 5 & 6: 5.3., 22.15 Uhr). In der ZDF-Mediathek gibt es bereits alle Folgen auf Abruf. Die schnelle, raffinierte, wendungsreiche Thrillerserie spielt im Milieu des Investmentbankings, wo risikobereite Player permanent die Grenzen des Finanzsystems ausreizen – und auch mal zynisch auf die Stärke von Erdbeben wetten.

Trailer "Bad Banks"

"Diese Branche neigt immer wieder dazu, etwas zu pervertieren. Anders ist wohl kein stetiges Wachstum denkbar", sagt Hauptautor Oliver Kienle, der als Ko-Autor schon am Wettmafia-Krimi "Auf kurze Distanz" beteiligt war. "Dabei stoßen auch Investmentbanker an die Grenzen dessen, was man noch verstehen kann. So etwa, warum mit einer vielfach höheren Summe Geldes gehandelt wird, als es sie eigentlich auf der Welt gibt."

Darum geht's in "Bad Banks"

Ganz ruhig atmen! Ein. Und aus. Die Panikattacke überfällt Jana Liekam (Paula Beer), als sie endlich in ihrem Wagen sitzt. Gerade ist die junge Bankerin gefeuert worden. Grund: Sie hat ihrem Kollegen beim Kundentermin die Show gestohlen. Dummerweise ist er Sohn eines Vorstandsmitglieds. Ist ihre Karriere so rasant zu Ende, wie sie begann? Keineswegs. Kurz darauf wird ihr ein neuer Job angeboten – bei der Konkurrenzbank Global Invest. Jana kommt in die Abteilung des attraktiven, in der Branche bewunderten Bankers Gabriel Fenger (Barry Atsma), der sie fördert. So wird sie zur Schachfigur in einem eiskalten Geschäftskampf.

"Bad Banks"-Star Paula Beer im Interview

Hintergrund: Zerstörendes Geschäft

Auch Regisseur Christian Schwochow ("Der Turm") tauchte zur Recherche in diese Parallelwelt ein: "Solange du weit oben bist und Boni als Anerkennung erhältst, kann das gut gehen. Aber wer nicht performt, dem geht es hier schnell an den Kragen. Mir sind viele begegnet, die es irgendwann einfach nicht mehr schafften. Der Druck ist gigantisch."

Gedreht wurde an großen Finanzplätzen wie Berlin, Luxemburg, Frankfurt, London und Bahrain. In der Serie greift Janas Exchefin Christelle Leblanc (Désirée Nosbusch) zu drastischen Mitteln, um ihren Absturz zu verhindern. "Menschen in diesen Etagen befürchten, ausrangiert zu werden und in den 'Sterbeflur' zu kommen. Da kriegen sie dann ein winziges Büro ohne Computer und sitzen ihre Zeit ab, bis sie freiwillig sagen: Ich gehe. Wenn man ihnen ihre 'Droge' nimmt, ihre Macht, dann merken sie, dass sie sonst nicht mehr viel im Leben haben. Um das zu vermeiden, geht Leblanc über Leichen", erklärt Nosbusch.

"Bad Banks"-Star Désireé Nosbusch im Interview

Wie sich herausstellt, war es auch Leblanc, die Jana zu ihrem neuen Job verholfen hat, nicht ohne Hintergedanken. Ihre Strategie wird erst im Lauf der Staffel deutlich – und für Jana gefährlich. Doch sie lernt schnell dazu und entpuppt sich als gewiefte Rivalin, die schwer zu durchschauen ist: "Man weiß bei ihr nie, woran man ist", sagt ihre Darstellerin Paula Beer ("Frantz"). "'Meint sie das ernst, oder ist das auch wieder Taktik?' Selbst ich habe keine Ahnung. Diese Frau ist mir ein Rätsel."