GOLDENE KAMERA-Kandidat: "Ku'damm 59"

Die packende Familiensaga "Ku'damm 56" um die drei Schöllack-Schwestern geht in die Fortsetzung: "Ku'damm 59". Die Miniserie greift brisante Themen auf. GOLDENE KAMERA traf die Stars vorab.

Verrat, Intrigen, moralische Abgründe, Einblicke ins nicht immer glamouröse Showgeschäft der 50er: Endlich gibt es drei neue Folgen über die Berliner Tanzschule Schöllack: "Ku'damm 59". Den ersten Teil das ZDF am 18. März, den zweiten Teil am 19. März und den dritten Teil am 21. März, jeweils um 20.15 Uhr. Bereits ab dem 18. März 2018, 10.00 Uhr, sind alle drei Teile von "Ku'damm 59" hier in der ZDFmediathek abrufbar.

Trailer zu "Ku'damm 59"

Darum geht's in "Ku'damm 59"

Inzwischen sind drei Jahre vergangen und die Schöllack-Töchter flügge. Eva (Emilia Schüle) arbeitet im horizontalen Gewerbe. Helga (Maria Ehrich) redet sich ihre Ehe mit dem homosexuellen Wolfgang (August Wittgenstein) schön. Die rebellische Monika (Sonja Gerhardt) macht mit Tanzpartner Freddy (Trystan Pütter) Karriere als "Nicky und Freddy" – ein Paar, das an Conny Froboess und Peter Kraus erinnert.

Sonja Gerhardt über "Ku'damm 59"

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Doch der Preis des Ruhms ist hoch: Ihre eiskalte Mutter Caterina (Claudia Michelsen, GOLDENE KAMERA 2013) nimmt Monika nicht nur Töchterchen Dorli (Alma Löhr) weg, sondern managt die berühmte Tochter obendrein mit harter Hand. Und als wäre das nicht genug, ist da noch der schmierige TV-Produzent Moser (Ulrich Noethen, GOLDENE KAMERA 2006), der Monika sexuell bedrängt.

"Ku'damm 59"-Star Claudia Michelsen im Interview

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Missbrauch in den 1950ern

Es herrscht ganz schön viel Trubel in der Fortsetzung jener Serie, die sich 2016 als Überraschungshit entpuppte und von Folge zu Folge mehr Zuschauer anlockte. Im Schnitt begeisterte der Dreiteiler damals 6,01 Millionen Menschen. Was ist das Erfolgsgeheimnis? Und wie geht’s weiter? "In der ersten Staffel war das große Thema, dass drei junge Backfische erwachsen werden und sich emanzipieren müssen", sagt Regisseur Sven Bohse. Und verrät: "Nun gehen wir einen Schritt weiter: Die drei Schöllack-Schwestern stehen vor der wichtigen Frage, wie sie ihre neu gewonnene Freiheit bewahren. Sie übernehmen jetzt die Verantwortung für sich und ihr Leben."

Dabei kommen auch Themen hoch, die noch heute äußerst aktuell sind: Die jungen Heldinnen finden sich plötzlich in einer Welt wieder, in der sexuelle Übergriffe häufig vorkommen, aber gesellschaftlich nicht geahndet werden. Auch im Showbiz. Ein moralischer Abgrund der bigotten 50er.

Erst vergangenes Jahr, also 58 Jahre später, wurde das Thema nach Skandalen um US-Filmproduzent Harvey Weinstein breit und kritisch diskutiert und das ganze Ausmaß der Übergriffe deutlich. So leistet "Ku’damm 59" einen wichtigen Beitrag zur aktuellen "MeToo"-Debatte – ganz ungeplant. Denn Sonja Gerhardt erklärt GOLDENE KAMERA: "Wir haben die Szenen der Übergriffe schon vor einigen Monaten abgedreht und wurden jetzt davon eingeholt. Doch die unerwartete Aktualität überrascht mich nicht. Erschreckend finde ich bloß, dass es so lange Stillschweigen darüber gab. Für mich ist ganz wichtig, dass Betroffene den Mut finden, über solche Vorkommnisse zu sprechen und sich dafür nicht zu schämen."

"Ku'damm 59"-Star Sabin Tambrea im Interview

Das sieht auch Sabin Tambrea so, Darsteller des Fabrikantensohns Joachim, der Monika in Staffel 1 vergewaltigte und ungeschoren davonkam. Der 33-Jährige zu GOLDENE KAMERA: "Während der Ausstrahlung der neuen Folgen wird die 'MeToo'-Debatte bestimmt stark im Internet diskutiert. Es ist wichtig, dass die Diskussion über sexuellen Machtmissbrauch nie mehr einschläft. Die Gemütlichkeit, damit nichts zu tun haben zu wollen, gehört erstickt – wann immer Menschen Unrecht angetan wird."

Gibt es eine dritte Staffel?

Sind weitere Fortsetzungen der Reihe geplant? Autorin Annette Hess verrät: "Wenn wir unser großartiges Schauspielerensemble behalten wollen, können wir nicht 80 Jahre weiterspringen, sondern wieder nur drei. Ich müsste recherchieren, was 1962 gesellschaftlich los war." Darsteller Sabin Tambrea wäre auf jeden Fall wieder dabei: "Ich hätte totale Lust! In einer solchen Serie zu spielen ist ein Geschenk! Wenn ich die Wahl hätte, würde ich gern noch als 80-jähriger Joachim im Rollstuhl durchs Bild ruckeln." Auch Sonja Gerhardt wäre von einem dritten Teil begeistert: "Ich möchte Monika weiter begleiten!"