Exklusiv am Set der zweiten Staffel von "Westworld"

GOLDENE KAMERA geht den Rätseln des düsteren Science-Fiction-Hits nach.

Der wilde Westen liegt eine knappe Autostunde nördlich von Los Angeles: Hitze, Staub, Cowboys – im 1915 gegründeten Melody Ranch Studio drehten schon John Wayne und Gary Cooper. Heute wird dort auf drei Studiobühnen sowie in der Westernkulisse samt Saloon und Sheriffbüro die HBO-Serie "Westworld" produziert. Begrüßt wird GOLDENE KAMERA in Sweetwater, so der Name des Städtchens in der Serie, von Lisa Joy. Gemeinsam mit ihrem Mann Jonathan Nolan – Bruder von "Dark Knight"-Regisseur Christopher Nolan – ist sie Chefautorin und Produzentin der Sci-Fi-Serie, deren zweite Staffel am 23. April um 20.15 Uhr bei Sky Atlantic startet.

Trailer zu 2. Staffel "Westworld" (OmU)

Darum geht's in der 2. Staffel "Westworld"

Der titelgebende futuristische Themenpark wird von verblüffend menschenähnlichen Robotern, sogenannten Hosts, bevölkert. In der Westworld können zahlungskräftige Urlauber im Wildwest-Ambiente jede erdenkliche Fantasie ausleben – auch ihre dunkelste. "In der ersten Staffel ging es um das erwachende Bewusstsein der Hosts", erklärt Lisa Joy. "Staffel zwei wird eindeutig blutiger. Das Hauptthema diesmal ist Krieg, alles dreht sich um die Frage, was die Hosts aus ihrem freien Willen machen."

Lisa Joy führt uns zu Stage C, wo das gläserne Labor der Serie aufgebaut ist. Neben stählernen Liegen stehen Tische mit Klemmen, Scheren, Pinzetten, Sägen, Spritzen und Infusionsbeuteln – all jenen Instrumenten, die man zur Operation an menschenähnlichen Robotern braucht. Jeffrey Wright, der den Chefprogrammierer Bernard spielt, erinnert sich: "Am allerersten Drehtag gab es viele Beulen, weil Schauspieler und Crew ständig in die Glaswände rannten. Und durch die Reflektionen ist das Drehen sehr erschwert. Trotzdem ist dies meine Lieblingskulisse."

Weiter geht der Setbesuch draußen auf der "Main Street" der Westernstadt. Aufmerksame Zuschauer finden hier alles wieder: die alte Lok, die für die Serie eingefahren wurde, den Kolonialwarenladen H. Sharp, das Beerdigungsinstitut A. Mull. Und natürlich das Mariposa, Saloon und Bordell in einem.

In dem Saloon erwarten uns zwei weitere "Westworld"-Stars. Ed Harris, der den mysteriösen Mann in Schwarz spielt, ist froh, mal der Sonne zu entkommen. "Ich trage vier Lagen Kleidung, Handschuhe und Hut. Gegen Sonnenbrand bin ich geschützt, aber nicht gegens Schwitzen", sagt er. "Nehme ich den Hut ab, läuft mir ein ganzer Schwall Schweiß ins Gesicht." Ins Schwitzen kamen bisher eher jene, die den Weg des Mannes in Schwarz kreuzten. "In der zweiten Staffel schießt meine Figur nicht mehr aus Lust und Laune, sondern um zu überleben oder wenn jemand seine Mission gefährdet. Vielleicht sehen die Zuschauer ihn bald nicht mehr als Bösewicht."

Ist Dr. Ford wirklich tot?

Bis zum Staffelstart aber schießen vor allem Fan-Spekulationen ins Kraut. Ist Dr. Ford (Anthony Hopkins) wirklich tot? Wann genau spielt "Westworld"? Was liegt jenseits des Themenparks? "Meine Lieblingstheorie ist, dass 'Westworld' auf einem anderen Planeten liegt", sagt Evan Rachel Wood, die Host Dolores spielt. Anschließend verrät sie uns eine echte Überraschung: "Wir werden in der zweiten Staffel mehrere Welten besuchen, darunter Shogun-World." Die fernöstlichen Kämpfer, kurz in Staffel eins zu sehen, kehren zurück. Cowboys gegen Samurai? Da muss sich selbst der Mann in Schwarz noch ein bisschen wärmer anziehen.