Interview mit Fritz Karl zur Anwaltsserie "Falk"

Falk (Fritz Karl) und Chefkoch Raimund (Oliver Fleischer).
Falk (Fritz Karl) und Chefkoch Raimund (Oliver Fleischer).
Foto: ARD / Kai Schulz
In "Falk" ist Fritz Karl der Dandy-Anwalt für die schrägen Fälle. Im Interview verrät der 50Jährige, mit wem der Dreh besonders viel Spaß gemacht hat.

GOLDENE KAMERA: Herr Karl, was war der Reiz an der Rolle des vornamenlosen „Falk“ (Di, 15. Mai, 20.15 Uhr im Ersten)?

Fritz Karl: Ich wollte immer schon einen Dandy spielen – eine Figur, für die gutes Essen, teurer Wein und spleenige Kleidung das Maß aller Dinge sind.

Aber wie tickt „Falk“ konkret?

Eigentlich ist er ein ausgebildeter Anwalt, der jedoch lieber als Gastronom und Gastgeber arbeitet. Doch weil er kein glückliches Händchen fürs Finanzelle hat, und deshalb in die Pleite rutscht, muss er sich wieder in der Kanzlei verdingen – und das tut er mit Fantasie! Falk löst seine Fälle auf außerordentliche Art und Weise. Unter Juristen ist er deshalb auch als „John McEnroe der Anwälte“ verschrien. Und zu guter Letzt ist Falk hypochondrisch: Er hat Angst vor Alzheimer – weil sein Vater daran starb. In jeder unserer sechs Folgen gibt es neue Fälle und Klienten, aber gleichzeitig wird Falks Geschichte – und sein Wunsch, sein Restaurant zurück zu bekommen – auch als lockere, so genannte lineare Geschichte erzählt.

Worum geht’s in Falks Fällen?

Mal um einen Ministerpräsidenten, der gern Strapse trägt, und anonym erpresst wird, ein anderes Mal um eine streitbare Dame, die andere schlägt, um Stress abzubauen. Außerdem taucht Roberto Blanco in einer Episode auf, weil sein Song „Ein bisschen Spaß muss sein“ von einem unbekannten, erfolglosen DJ abgekupfert wird. Doch egal ob es bei Falks Fällen um Stalking oder Gewalt geht – es sind immer aktuelle Streitigkeiten, die jeden von uns betreffen könnten. Falk löst sie mit Emphathie und Humor.

Ob Roberto Blanco, Hugo Egon Balder oder Martin Semmelrogge – Sie haben zahlreiche VIP-Gaststars. Mit wem hat der Dreh besonders viel Spaß gemacht?

Mit dem Kollegen Semmelrogge sowie mit Herrn Blanco, der sich selber spielt!

Haben Sie vor Drehbeginn mit echten Anwälten gesprochen? Oder vorher nochmal schnell „Better caul Saul“ angeschaut?

Nein, weil es bei uns einen gravierenden Unterschied gibt: Falk versucht, außergerichtliche Lösungen zu finden! Und wenn er doch mal vor dem Richter landet, zieht er meistens eine Show ab, bei der seine Verhöre und Plädoyers dermaßen kreativ sind, dass ihm stets der Rauswurf droht – etwa, wenn er eine Spielpuppe interviewt oder einen Zeugen abfüllt.

Stellen Sie sich einmal vor, dass Sie selbst vor Gericht stünden. Würden Sie Falk als Ihren Verteidiger engagieren?

Er wäre eine gute Wahl! Höchstwahrscheinlich würde ich zuerst glauben, dass ich es mit einem Winkeladvokaten zu tun habe – doch das wäre ein großer Irrtum! Denn in der fiktiven Kanzlei „Offergeld & Partner“ ist Falk der beste Mann.

Standen Sie schon mal vor Gericht und brauchten einen Verteidiger?

Ja, wegen einer Mietgeschichte. Aber glücklicherweise ist mein Bruder Anwalt – insofern bin ich auf der sicheren Seite.

US-Präsident Donald Trump hat viele juristische Probleme. Wäre er gut bei Falk aufgehoben?

Ja! Falk wäre genau der richtige Mann für Trump. Die würden gut zusammen passen: Trump mit seiner Frisur und seinen Fettnäpfchen – und daneben Falk.

Glauben Sie an Gerechtigkeit?

Vor Gericht und auf hoher See sind wir in Gottes Hand.

Streiten wir zu viel vor Gericht – wegen wegen Banalitäten wie Nachbarschaftsärger?

Ja, und wir könnten uns viel mehr Geld, Gerichtskosten und Streit ersparen, wenn es mehr Mediatoren gäbe. An der Schule meiner Tochter wurden beispielsweise Mediatoren ausgebildet, die in den Klassen Kleinkriege schlichten.

Gibt’s eine zweite „Falk“-Staffel?

Denkbar ist alles. Falk ist eine tolle Figur, die ich sehr gerne spiele.