Serien-Event der Woche: "Picnic at Hanging Rock"

Der australische Meilenstein endlich als Serie – Entertain TV bringt den Gothic-Grusel mit "Game of Thrones"-Star Natalie Dormer nach Deutschland.

Nur wenige Tage nach dem australischen Start, bringt der Streamingdienst Entertain TV von der deutschen Telekom am 10. Mai die Serie "Picnic at Hanging Rock" zu uns. Die ersten drei Folgen sind sofort abrufbar, die restlichen drei Episoden folgen im wöchentlichem Abstand. Mit dabei: "Game of Thrones"-Königin Natalie Dormer, "Orange is the New Black"-Star Lorna Morello und Samara Weaving aus "Three Billboards Outside Ebbing".

Originalteaser zu "Picnic at Hanging Rock" (VoD-Start: 10.5.2018)

Darum geht's in "Picnic at Hanging Rock"

14. Februar 1900 nördlich von Melbourne: Eine Mädchenschule, die unter der strengen Hand der Rektorin Mrs. Aplleyeard (Natalie Dormer) geführt wird, plant einen Ausflug zum Picknick. Das Ziel: die Felsformation der Hanging Rocks. Mit Planwagen und adrett in weiß gekleidet, machen sich die Mädchen auf den Weg. Doch als sie ihr Ziel um 12 Uhr erreichen, bleiben alle Uhren abrupt stehen. Wie in Trance laufen die drei Schülerinnen Miranda (Lily Sullivan), Marion (Madeleine Madden) und Irma (Samara Weaving) mit ihrer Mathematiklehrerin Miss McCraw (Anna McGahan) immer tiefer ins Felsenmassiv hinein und verschwinden plötzlich spurlos. Trotz intensiver Suche wird nur Irma nach einer Woche geborgen. Doch was geschehen ist, kann auch sie nicht sagen.

Hintergrund

Das Gebirge, das sich 70 Kilometer nördlich von Melbourne befindet, war schon im Bestseller-Roman "Picknick am Valentinstag" von Joan Lindsay von 1967 ein Hauptdarsteller. Viele Leser glauben noch bis heute, dass es sich um eine wahre Begebenheit handelt. Besonders das fehlende Ende, welches der Verlag nicht veröffentlichen wollte, heizte die Gerüchteküche an. Viele Mythen um das Verschwinden ranken sich um Alienentführung, Zeitreise oder Kannibalismus. Erst 20 Jahre später, nach dem Tod von Joan Lindsay, erschien posthum das 18. Kapitel, welches die Geschichte auflöst.

Auch der gleichnamige Film (1975) von Peter Weir erklärt das Verschwinden nicht, verhalf aber dem australischen Kino zum internationalem Durchbruch. Wir dürfen gespannt sein, ob die Serie sich an die Auflösung des 18. Kapitels orienitiert.

GOKA-Wertung

Die Serie wurde in Australien heiß erwartet und findet seit der Veröffentlichung am 6. Mai sowie der Aufführung bei der diesjährigen Berlinale großen Anklang. Die Zwänge, die Prüderie, die Unterdrückung der Mädchen im Internat und ihr Aufbegehren dienten schon über Jahrzehnte hervorragend als Vorlage mehrerer Geschichten. Auch die Serie schafft es, mit der richtigen Dosierung von Nervenkitzel, Horrorsequenzen und überraschenden Wendungen den Zuschauer einzunehmen. Und auch hier sieht man wieder, dass die Australier weltweit das beste Licht zum Drehen haben. Gewagte Kamerawinkel und ungewöhnliche Musikuntermalungen unterstreichen die Einzigartigkeit dieser Serie.

"Game of Thrones"-Star Natalie Dormer versteht es die toughe, strenge Lehrerin zu verkörpern. Gleich beim Einstieg, in dem sie als Witwe gekleidet ein altes Anwesen kauft, macht sie ohne viele Worte deutlich, dass sie ein Geheimnis in sich trägt.

Muss ich sehen, weil...

diese Story ein Meilenstein der australischen Film- und Buchgeschichte ist.

Für Fans von...

"The Terror" und "A Handmaid's Tale"