Topserie "False Flag": Im Visier des Geheimdienstes

Sind sie Kidnapper des Mossad oder unschuldig unter Verdacht? Im Thriller "False Flag" erleben fünf Israelis einen Horrortrip.

Darum geht's in "False Flag"

Der Albtraum beginnt nach dem Aufwachen. Am frühen Morgen dieses Tages erfahren fünf junge Israelis, dass sie seit der letzten Nacht als Terroristen weltweit auf den Fahndungslisten stehen. Ungläubig verfolgen sie die aufgeregte Berichterstattung in den Nachrichten, sehen ihr Passfoto großformatig auf dem Bildschirm – ihr eigenes und das von vier anderen, mit denen sie scheinbar bisher nichts zu tun hatten. Jetzt aber stehen Ben (Ishai Golan), Natalie (Magie Azarzar), Asia (Ania Bukstein), Sean (Angel Bonanni) und Emma (Orna Salinger) unter Verdacht, gemeinsam in Moskau den iranischen Verteidigungsminister Farhead Sulimani entführt und getötet zu haben.

Trailer zu "False Flag" (OV)

Russlands Inlandsgeheimdienst FSB beschuldigt sie, die Tat als Kommandoaktion des israelischen Geheimdienstes Mossad geplant und durchgeführt zu haben. Und er hat Beweise: Ihre Pässe wurden bei der Ein- und Ausreise registriert, und es gibt Spuren ihres Aufenthalts in Moskau zur fraglichen Zeit. Vergeblich beteuern die fünf ihre Unschuld. Der Mossad und die Regierung verweigern ihnen jegliche Unterstützung. Israels innerer Sicherheitsdienst Schin Bet legt gnadenlos ihr Leben unters Mikroskop. Und seine Agenten werden fündig: Jeder der fünf Verdächtigen scheint wirklich etwas zu verbergen.

Hintergrund

Nach "Hatufim – In der Hand des Feindes", das die Vorlage für den US-Hit "Homeland" lieferte, kommt jetzt mit "False Flag" (Doppelfolgen ab Montag, 28. Mai, 21.00 Uhr, Fox) erneut eine hochklassige Thrillerserie aus Israel. Hauptdarsteller Ishai Golan bildet sogar eine Klammer zwischen beiden Serien, er spielte in "Hatufim" den Kriegsgefangenen Uri.

Die Weltpremiere feierte "False Flag" bereits 2015 auf der Berlinale. Bei der TV-Messe MIPCOM im gleichen Jahr waren dann die Einkäufer von Fox offenbar so beeindruckt von der israelischen Produktion, dass sie sich die Rechte gleich für 127 Länder weltweit sicherten – der erste globale Deal des US-Networks für eine nicht in englischer Sprache gedrehte Serie, laut Branchenblatt "Hollywood Reporter" umfasst er obendrein die Rechte für ein Remake "made in USA".

Einsätze des Mossad als Stoff für eine Serie

Die Idee zu "Kfulim", wie "False Flag" im hebräischen Original heißt, lieferten reale Ereignisse im Jahr 2010. Damals wurde in einem Hotel in Dubai der ranghohe Hamas-Funktionär und mutmaßliche Waffenschmuggler Mahmoud al-Mabhou ermordet, die Polizei in Dubai machte offiziell den Mossad für die Tat verantwortlich. Mossad-Agenten hatten bei dem Einsatz 33 gefälschte Pässe mit den realen Identitäten vor allem britischer Staatsbürger genutzt, die ihre Fotos plötzlich in den TV-Nachrichten sahen. Die Folge waren massive politische Spannungen zwischen Großbritannien und Israel, das nach früheren Fällen bereits 1987 versichert hatte, nicht noch einmal britische Pässe für derlei Geheimoperationen zu nutzen.

Einsätze des Mossad als Stoff für eine TV-Serie – diese Idee beschäftigte die Produzentin Maria Feldman schon seit einer Weile, als der Fall al-Mabhou Schlagzeilen machte. Doch erst in ihm fand sie den bisher noch fehlenden Puzzlestein für einen Thriller: Ganz normale Menschen, die scheinbar der pure Zufall zu Tatverdächtigen einer geheimen Operation macht. Mit dem Autor Amit Cohen, der 2010 als Palästina-Korrespondent einer großen Tageszeitung ausführlich über den Mord an dem Hamas-Mann berichtete, entwickelte Feldman ein komplexes Verwirrspiel um ihre fünf Protagonisten, das auch den Zuschauer häufig an deren Unschuld zweifeln lässt.

Wer sind sie wirklich und wer die Drahtzieher hinter der Entführung des iranischen Ministers? Die Antwort liefern vier hoch spannende TV-Abende.