Serien-Event der Woche: "Art of Crime"

Schmuggel, Fälschungen und Morde: Diese französische Krimiserie erforscht die Schattenseiten der Kunstwelt.

Unterschiedlicher könnten die beiden Hauptfiguren nicht sein: Der eine aufbrausend und verletzt, die andere sanftmütig und phobisch: In der Krimiserie "Art of Crime" (6 Folgen in Doppelfolgen, ab Freitag, 27. Juli 2018, 21.45 Uhr auf ZDFNeo) müssen zwei sehr verschiedene und kaputte Charaktere Morde aufklären.

Darum geh's in "Art of Crime"

Der Pariser Kommissar Antoine (Nicolas Gob) hat es nicht leicht: Nach der Scheindung verliert er seinen Job bei der Kripo und seine Frau will mit seinen Kindern und ihrem Neuen nach Bordeaux ziehen. Zum Glück bekommt Antoine beruflich eine neue Chance in der Abteilung zur Bekämpfung des Schmuggels von Kunstgütern. Von diesem Bereich versteht er nur wenig: "Ja das ist ein hässlicher Schinken", so seine unqualifizierte Aussage zu einem hochwertigen Gemälde. Als Hilfe wird ihm die Kunsthistorikerin Florence Chassagne (Éléonore Gosset) zur Seite gestellt. Doch Florence kämpft mit ihren eigenen Problemen: Sie hat Agrophobie und Wahnvostellungen. So sieht sie Menschen, die schon lange tot sind.

Beim Klau eines wertvollen Gemäldes wird der Räuber ermordet aufgefunden. Von dem Diebesgut fehlt jede Spur. Florence glaubt, dass sich hinter diesem Bild ein verschollenes Kunstwerk, die "Monna Vanna" von Leonardo da Vinci, verbirgt. Doch die gemeinsamen Nachforschungen mit Antoine bringen sie selbst in Bedrängnis. Schließlich wird Florence sogar als Hauptverdächtige verhaftet.

Hintergrund

Der belgische Hauptdarsteller Nicolas Gob (35) verfügt bereits über viel Serienerfahrung: Er spielte in 35 Folgen von "Les Bleus" einen Pariser Polizisten. In "Un village français" (im Streamingangebot von Amazon Prime) zählt er ebenfalls über sieben Staffeln lang zum Hauptcast, genauso wie in der Serie "Chefs".

Éléonore Gosset (41) ist bereits seit den 90ern im französischem Film- und Fernsehen zu sehen. In Deutschland war sie mit "Die schönen Tage" (2013) und "Sie verehrt ihn" (2015) im Kino.

Im November sahen in Frankreich (auf France 2) 4,68 Millionen Zuschauer den Piloten, das entspricht knapp 20 Prozent Marktwert.

GOKA-Kritik

"Defekte" Helden machen sich bereits in US-Serien gut: In "Perception" ermittelt eine FBI-Agentin mit einem Collegeprofessor mit paranoider Schizophrenie, in "True Detctive" leidet ein Ermittler an Wahrnehmungsstörungen und in "Monk" ist der Detektiv hochneurotisch. Klar, dass diese Charaktere auch im europäischen Markt gut funktionieren. Es sind die beiden Hauptdarsteller und ihre Rollen, die diese Serie auszeichnen. Der Fokus liegt eindeutig auf den privaten Hintergründen und das schadet dem Krimi ausnahmsweise nicht, sondern bereichert ihn sogar. Eine Figur, die sich in die Gedanken von Leonardo da Vinci hineinversetzt und sogar mit ihm spricht hat durchaus etwas reizvolles, kommt manchmal aber auch etwas übertrieben daher. Die französische Kunstwelt als Schauplatz ist für eine Krimireihe neu und somit auch spannend.