Serien-Event der Woche: "Secret City"

Regierungsskandal, Mord und ein drohender Weltkrieg – diese Politthriller-Serie mit "Fringe"-Star Anna Torv zeigt Australien von einer düsteren Seite.

So kennt keiner Canberra: Die australische Hauptstadt steckt im Sog von Intrigen, Macht und Korruption – Doch was Anna Torv in ihrer Hauptrolle als Journalistin noch in der Serie "Secret City" (sechs Folgen, ab dem 26. Juni im Angebot von Netflix) ans Licht bringt, betrifft die ganze Welt. Die Supermächte China und USA stecken im Kriegsmodus und mittendrin muss Australien Position beziehen.

Trailer: "Secret City"

Darum geht's in "Secret City"

Der Student Max Dalghetti flüchtet von der chinesischen Botschaft in Canberra. Bevor er von einer Brücke springt, schluckt er eine SIM-Karte herunter. Am nächsten Morgen kann er nur noch tot am Ufer des Lake Burley Griffin geborgen werden. Sein Bauch ist aufgeschnitten und von der SIM-Karte fehlt jede Spur. Die Journalistin Harriet "Harry" Dunkley (Anna Torv) möchte die Hintergründe des Mordes aufklären. Doch was sie entdeckt, hätte sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Wie sich herausstellt, hängt der Prochinesische Verteidiungsminister Mal Paxton (Daniel Wylli) in der Sache mit drin. Plötzlich taucht ein Foto auf, das ihn in Handschellen vor 20 Jahren in China zeigt. Was hat der Verteidiungsminister zu verbergen?

Die Spur führt Harry über Canberra hinaus bis ins Südchinesische Meer, um das sich die USA und China immer noch bekriegen. "Wir sitzen zwischen zwei schwerbewaffneten Supermächten in der Klemme, von denen keine nachgeben wird", erklärt Paxton die brenzlige Situation. Doch auf welcher Seite steht Australien wirklich? Und warum hatte der tote Student eine falsche Identität? Die hartnäckige Reporterin Harry gerät bei ihren Nachforschungen selbst in Lebensgefahr. Sie stößt auf politische Skandale und Machenschaften, die einen weltweiten Krieg auslösen könnten.

Hintergrund

Auch wenn die erste Staffel bereits 2016 in Australien Premiere feierte, kommt die Serie erst jetzt über Netflix nach Deutschland. Die zweite Staffel "Secret City: Under the Eagle" wird seit Februar wieder an Originalschauplätzen in Canberra gedreht. Für die ersten sechs Folgen durfte die Crew vier ganze Tage innerhalb des australischen Parlaments drehen – ein Luxus, der bisher keiner Serie vergönnt war.

Die Australierin Anna Torv (39) konnte bereits mit mehreren Serienhauptrollen überzeugen. Weltweite Bekanntheit erlangte sie als FBI-Agentin Olivia Dunham in der US-Serie "Fringe – Grenzfälle des FBI" (2008-2013) und als Psychologin Wendy Carr in "Mindhunter" (seit 2017). Der Film "Stephanie - Das Böse in ihr", in dem sie die Hauptrolle spielt, erscheint am 23. August auf DVD. Ihre Tante ist übrigens Anna Murdoch Mann, die ehemalige langjährige Ehefrau des Medienmoguls Rupert Murdoch.

Die Serie basiert auf den Büchern "The Marmalade Files" und "The Mandarin Code" von Chris Uhlmann und Steve Lewis.

GOKA-Kritik

Vom anderen Ende der Welt kommt eine Serie, die es in sich hat: Der vermeintlich unabhängige Kontinent steht zwischen den zwei Großmächten China und USA. Dieses brisante Szenario und die Mischung aus Mörder-Mystery und Politthriller ist spannend und einzigartig für Australien. Die exklusiven Bilder aus dem Parlament vermitteln eine Authentizität, die man so eigentlich nur von großen US-Produktionen kennt und porträtieren Canberra hervorragend. Zudem ist der Gedanke: "Wenn das wirklich so wäre" gruselig. Trotzdem hätte dem Drehbuch an einigen Stellen etwas mehr Tempo und Geradlinigkeit gut getan. Insgesamt eine gutbesetzte Serie, die einen schnell in ihren Bann zieht.

Für Fans von

"House of Cards" und "Dame, König, As, Spion" (2011)