Satirische Agentenserie: "Frankreich gegen den Rest der Welt"

Die seltsamen Probleme des französischen Geheimdiensts: Eine freche Agentenserie entzaubert die Welt der Spione.

Darum geht's in "Frankreich gegen den Rest der Welt"

Das Jahr 1961, die hitzige Phase des Kalten Kriegs: Die Fronten zwischen Ost und West sind verhärtet. Die Geheimdienste führen einen heimlichen Krieg, bei dem auch französische Spione kräftig mitmischen. Die aber haben noch ganz andere Sorgen: Die Agenten der Grande Nation sind in ein neues Gebäude gezogen, in dem selbst ein einfaches Telefonat zur technischen Herausforderung wird. Und egal, welches weltpolitische Problem zu lösen ist: Es geht immer um den Stempel unter der Akte. Fall erledigt!

So weit die Ausgangssituation der satirischen 12-teiligen Agentenserie "Frankreich gegen den Rest der Welt" (ab dem 5. Juli, 21.45 Uhr, immer donnerstags, jeweils drei Folgen hintereinander auf Arte), deren zweite Staffel nun auf Arte startet. Und man muss die ersten Folgen aus dem Jahr 2015 nicht gesehen haben, um Spaß an den neuen Episoden zu haben.

Frankreichs Antwort auf James Bond

Eigentlich für den Kulturkanal Arte gedreht, laufen die ersten zwölf Folgen inzwischen auch beim Streamingdienst Netflix, was der Serie zu weltweiter Popularität verhalf. Ihr Ursprung sind die Kinofilme "OSS 117: Der Spion, der sich liebte" und "OSS 117: Er selbst ist sich genug" von 2006 und 2009. Die von Kritikern gelobten Parodien sind Frankreichs humoristische Antwort auf James Bond. Die Drehbücher schrieb Jean-François Halin, der nun auch die Serie entwickelt hat. Er betont aber, dass sie trotz gleicher Thematik keine Fortsetzung und kein Remake der Filme sei.

Ein besonderer Reiz ist das 60er-Jahre-Flair. Doch Halin hält nichts davon, diese Zeit zu verklären: "Aus heutiger Sicht wirken diese Jahre oft unschuldig und fröhlich. Wir denken an Blumenkinder und lächelnde Menschen aus der Werbung. Aber die Franzosen waren in den Algerienkrieg verstrickt, die Welt stand kurz vor einem Atomkrieg – alles andere als eine schöne Zeit. Wir entzaubern den Mythos um die Swinging Sixties ein wenig."

Entzaubert wird auch das übliche Image des Geheimagenten als Held und Draufgänger. "Unsere Spione sind eher unbedarft. Statt aufregende Abenteuer zu erleben, quälen sie sich mit zu kleinen Büros und ihren Spesenabrechnungen."

Da die freche Serie für den deutsch-französischen Kulturkanal Arte gedreht wurde, tauchen in einigen Folgen auch Deutsche auf. "Ich kenne den deutschen Humor nicht", sagt Jean-François Halin. "Aber ich hoffe, dass die Serie trotzdem auch in Deutschland funktioniert." Da muss er sich keine Sorgen machen.