Serien-Event der Woche: "Good Girls"

Drei Vorstadtmütter geraten auf die schiefe Bahn. Mit dabei: "Mad Men"-Star Christina Hendricks.

Eigentlich sind sie ganz brave Frauen, doch als die finanzielle Not zu groß wird, entpuppen sich diese drei Ladys als Möchtegern-Gangster. Die neue Serie auf Netflix "Good Girls" gibt es ab dem 3. Juli im Streamingangebot.

Originaltrailer zu "Good Girls" (VoD-Start: 3.7.2018)

Darum geht's in "Good Girls"

Die drei Detroiter Vorstadtmütter Beth, Ruby und Annie haben es nicht leicht im Leben: die vierfache Mutter Beth (Christina Hendricks) erfährt, dass ihr untreuer Ehemann (Matthew Lillard) das Familiengeschäft an die Wand gefahren hat. Jetzt droht die Bank auch noch damit, ihr das Haus zu nehmen. Ihre Schwester Annie (Mae Whitman) versucht sich und ihr Kind mit einem schlecht bezahltem Job im Supermarkt durchzuschlagen. Plötzlich will Annies Ex (Zach Gilford) ihr in einem kostspieligen Sorgerechtsstreit die Tochter wegnehmen. Und auch Kellnerin Ruby (Retta) braucht dringend Kohle für ihre Tochter. Diese ist schwer krank und wartet auf eine Spenderniere. Für die Medikamente, die den Zustand der Kleinen erheblich verbessern könnten, hat auch Ruby kein Geld.

In ihrer Not beschließen die drei mit Spielzeugpistolen einen Supermarkt zu überfallen. Schließlich sollte wie schon zuvor das Vergehen von der Polizei als Bagatelle abgetan werden. Doch als der Supermarktbesitzer seine Mitarbeiterin Annie erkennt, gerät sie in Schwierigkeiten. Doch es kommt noch schlimmer: statt wie erwartet ein paar tausend Dollar, haben sie plötzlich eine halbe Million erbeutet. Ihre Lage spitzt sich zu, als die wahren Besitzer des Geldes auftauchen.

Hintergrund

Eigentlich sollte Kathleen Rose Perkins ("Gone Girl – Das perfekte Opfer", "You’re the Worst") die Rolle der Beth spielen. Sie hatte sogar schon für den Piloten vor der Kamera gestanden. Doch sie wurde durch "Mad Men"-Star Christina Hendricks (43) ersetzt, die die Folge dann erneut drehte. Hendricks, die sich als Rotschopf einen Namen gemacht hat, ist in Wirklichkeit blond und färbt sich die Haare seit ihrem zehnten Lebensjahr. Vom Esquire Magazine wurde sie 2010 zur bestaussehenden Frau der USA gewählt. 2016 war sie im Kinofilm "Bad Santa 2" zu sehen. Ende 2017 zeigte Sky Atlantic sie außerdem in einer Hauptrolle neben Tim Roth in der Thrillerserie "Tin Star".

Aber auch die anderen Hauptdarsteller können sich sehen lassen: Mae Whitman (30) gab bereits mit sechs Jahren ihr Filmdebüt neben Meg Ryan in "When a Man Loves a Woman"(1994). Zwei Jahre später war sie neben Michelle Pfeiffer und George Clooney in "Tage wie dieser…" im Kino zu sehen. Und 1998 brillierte Whitman neben Sandra Bullock in "Eine zweite Chance". Von 2010 bis 2015 übernahm sie eine Hauptrolle in der Serie "Parenthood".

Die dritte im Bunde ist Stand-Up-Comedian Retta (48, mit bürgerlichem Namen Marietta Sangai Sirleaf). Ihre bisher bekannteste Rolle hat sie in der mehrfach nominierten Emmy- und Golden Globe Serie "Parks & Recreation – Das Grünflächenamt" (2009-2015).

"Good Girls" stammt von Jenna Bans ("Scandal") und wird von Universal Television produziert. Eine zweite Staffel wurde bereits beauftragt.

GOKA-Kritik

In dieser Serie stimmt vieles: starke Frauencharaktere, die erstklassig besetzt sind, viel Situations- und Dialogkomik. Aber auch wenn die Serie locker und leicht daher kommt, gibt es Stellen, an denen der Zuschauer schlucken muss und es ernst wird. Beispielsweise bei der Kritik am amerikanischen Gesundheitssystem: Ohne Geld interessieren sich die Ärzte kaum für das Schicksal eines kleinen Mädchens. In der Serienhandlung setzt ihr behandelnder Arzt sie lediglich auf die Warteliste für eine Spenderniere. Doch kaum, dass die Mutter flüssig ist, werden sie zuvorkommend behandelt und bekommen Medikamente, die eine Transplantation sogar überflüssig machen.

Es ist von allem was dabei und auch wenn es natürlich Stereotypen sind (die betrogene Ehefrau, die um die Existenz bangende Supermarktangestellte und die sich ständig in Kraftausdrücken verständigende Prollfrau), so überraschen die Drehbuchautoren immer wieder mit schönen kleinen Einfällen. Kritiker haben die Serie zu Recht als eine Mischung aus "Thelma und Louise" und "Breaking Bad" bezeichnet.