Neue Pläne für "Game of Thrones": Droht das große Sterben?

Für "Game of Thrones" versprechen Stars und Produzenten eine megadüstere finale Staffel. Zugleich fällt der Startschuss für ein Prequel des Hits! Hier sind alle Infos. Aber Achtung, Spoiler!

Vor einem Jahr, im Sommer 2017, hinterließ "Game of Thrones" die TV-Welt in tiefer Kältestarre: Die letzten beiden Folgen der siebten Staffel erzählten, wie es dem gefürchteten Nachtkönig gelang, Daenerys' Drache Viserion in einen Eisdrachen zu verwandeln, der blaues Feuer, also entsetzliche Kälte, speien kann. Auf Viserion reitend konnte der Nachtkönig die riesige Mauer überwinden, die Westeros’ Bewohner vor den Bedrohungen des Nordens schützte. Das Eisfeuer des Drachen brachte auch noch dieses Bollwerk zu Fall, sodass obendrein Massen an Untoten ungehindert einmarschieren konnten.

Seitdem diskutieren Fans, welche Folgen die besorgniserregenden Ereignisse haben werden. Und sie müssen sich auch noch bis 2019 gedulden, denn die sechs neuen Folgen der finalen achten Staffel werden immer noch produziert.

Spekulationen um die 8. "GoT"-Staffel

Die Macher haben allerdings die schlimmsten Befürchtungen bestätigt: Jetzt wird es wirklich hart. "Keiner der Darsteller hatte die Drehbücher zuvor erhalten und las jetzt, wie einer nach dem anderen zu Tode kommt", berichtete Produzentin Francesca Orsi von den Leseproben vor dem Start der Dreharbeiten. "Am Ende, nach den letzten Sätzen des letzten Drehbuchs, begannen die Tränen zu fließen. Und dann gab es Applaus, der 15 Minuten andauerte."

Emilia Clarke, Darstellerin der Drachenmutter Daenerys Targaryen, hat bereits die letzte Szene ihrer Rolle abgedreht. In einem Interview des US-Magazins "Vanity Fair" deutete sie an, dass das Publikum nicht sehr gut auf Daenerys' letzten Auftritt zu sprechen sein wird: "Es hat mich fertiggemacht, zu wissen, dass Daenerys bei den Zuschauern für einen bitteren Nachgeschmack sorgen wird."

Das Statement sorgte für Aufruhr: Tötet Daenerys womöglich Jon Schnee? Auf jeden Fall wird es spannend zu sehen sein, wie sich das Têteà-Tête der beiden weiterentwickelt, wenn sie erfahren, dass sie miteinander verwandt sind – Tante und Neffe – und Jon der rechtmäßige Erbe des Eisernen Throns ist. Die große Enthüllung soll Gerüchten zufolge schon zu Beginn der achten Staffel erfolgen.

Auch Maisie Williams, die Arya Stark spielt, heizt die Spekulationen über die achte Staffel an. Auf Instagram verabschiedet sie sich vom Set mit einem Bild, das sie in blutverschmierten Turnschuhen zeigt, mit den Worten: "Auf Wiedersehen, Belfast. Auf Wiedersehen, Arya. Auf Wiedersehen, Game of Thrones". Zahlreiche Fans verstanden den Beitrag offenbar als versteckten Hinweis der Schauspielerin auf den bevorstehenden Tod ihrer Figur.

Alle Folgen der finalen Staffel in Spielfilmlänge

Bereits bekannt ist auch, dass der US-Sender HBO für die finale Staffel ganz tief in die Tasche greift: Jede der sechs Folgen, die wahrscheinlich Spielfilmlänge haben werden, soll die Rekordsumme von 15 Millionen US-Dollar kosten, und damit stolze neun Millionen mehr, als eine Folge der ersten Staffel durchschnittlich verschlang. Gedreht wurde von diesem Budget auch eine epische Schlacht, deren Aufnahmen insgesamt 55 Nächte dauerten, wie das Onlineportal "Deadline Hollywood" vermeldete.

Und auch Winterfell, die Heimat der Starks, wird kostenintensiv untergehen. Das beweisen Videos, die bereits im Internet kursieren: Sie zeigen die Kulisse des Anwesens im nordirischen Country Antrim in Flammen, bis zu 500 Komparsen sollen allein bei diesem Dreh dabei gewesen sein.

Ein Ende mit Schrecken also, aber gerade das findet Emilia Clarkes Kollege Peter Dinklage richtig: "Dies ist der perfekte Zeitpunkt, aufzuhören", sagte der 49-Jährige, der als Tyrion Lennister zum Publikumsliebling avancierte, dem Branchenmagazin "Variety" angesichts der finalen Staffel. "Nicht nur für uns alle persönlich, auch storytechnisch: Manchmal laufen Serien einfach ein wenig zu lange und überschreiten dabei ihren Zenith."

Andererseits gibt Dinklage zu, dass es ein schwerer Abschied wird: "Es ist immer der traurige Teil unseres Geschäfts, wenn man für kurze Zeit mit großartigen Leuten zusammenkommt und dann weiterziehen muss. Und besonders herzzerreißend ist es, wenn man mehr als ein paar Monate mit den Kollegen verbracht hat." Für die Schauspieler bedeutet das Serienfinale immerhin das Ende einer fast zehnjährigen Ära.

Und doch bleiben manche von ihnen eng zusammen: Etwa Jon-Schnee-Darsteller Kit Harington und Rose Leslie, die Jons Wildling-Affäre Ygritte spielte. Die beiden lernten sich 2012 bei den Dreharbeiten kennen und wurden auch jenseits der Kameras ein Paar. Ende Juni heirateten sie im Beisein vieler Kollegen, etwa Maisie Williams und Sophie Turner (Arya und Sansa Stark), im schottischen Kirkton of Rayne.

Neue "Star Wars"-Filmtrilogie

Auf die Serienschöpfer David Benioff und D. B. Weiss wartet im Anschluss an "Game of Thrones" eine Herausforderung, die locker an ihr bisheriges Mammutprojekt heranreicht: Für Lucasfilm und Disney sollen die beiden eine neue "Star Wars"-Filmtrilogie schreiben und produzieren, unabhängig übrigens von einer weiteren neuen Trilogie, die von Rian Johnson ("Star Wars: Die letzten Jedi") geplant wird. Somit wechseln sie von einem echten Popkultur-Schwergewicht zum nächsten. "Sie werden all ihre Kreativität, all ihre Fähigkeiten und all ihren Intellekt in etwas stecken, das jetzt schon so bedeutend ist", freut sich Emilia Clarke und erwartet entsprechend Spektakuläres: "Ich glaube, es wird 'Star Wars' auf LSD sein. Es wird sicher fantastisch, ich kann es kaum abwarten."

Geplante Prequels

Damit den Zuschauern der Abschied nicht so schwerfällt, soll es zur achten Staffel ein "Game of Thrones"-Album mit Songs berühmter Künstler geben, die sich von der Serie haben inspirieren lassen. Und so ganz will HBO seine bisher erfolgreichste Marke natürlich nicht sterben lassen: Schon länger tüftelt der Sender mit George R. R. Martin, Autor der Romanvorlage, und versierten Drehbuchschreibern an Prequel-Serien, die in unterschiedlichen Zeitepochen vor der Handlung der Erfolgsserie spielen und mit komplett neuer Besetzung verfilmt werden sollen. Eine der möglichen Ideen wurde mittlerweile auf Eis gelegt, drei von ihnen entwickeln die Autoren weiter.

Von einem Prequel hat HBO jetzt eine Pilotfolge bestellt! Jane Goldman, Autorin von "Kick-Ass" und "Kingsman: The Secret Service" wird als Showrunnerin für die neue Serie fungieren, die Tausende von Jahren vor den Ereignissen von "GoT" spielt. Laut HBO wird sie "den Abstieg aus dem goldenen Zeitalter der Helden in die dunkelste Stunde der Welt" nachzeichnen.

Das Statement bezieht sich mit ziemlicher Sicherheit auf die Lange Nacht und die Schlacht um die Dämmerung, eine Periode der Dunkelheit und des Winters, in der die Weißen Wanderer einen Krieg gegen die Menschheit und die Kinder des Waldes führten. "Game of Thrones" ist in der traumatischen fünften Folge "Das Tor" aus Staffel sechs schon einmal in diese längst vergangene Periode eingetaucht.

Die Folge ist am besten bekannt als das letzte Gefecht des armen Hodor, ließ aber auch eher beiläufig eine Bombe platzen: Die Kinder des Waldes sind für die Weißen Wanderer verantwortlich, indem sie einen Menschen in den gefürchteten Nachtkönig verwandelten. Goldmans und Martins Serie wird sich zumindest teilweise auf "den wahren Ursprung der Weißen Wanderer" (HBO) konzentrieren – inklusive einer möglichen Entstehungsgeschichte für den Nachtkönig.

Manche Fans vertreten die These, dass der Nachtkönig vor seinem frostigen Schicksal ein Mitglied des Hauses Stark gewesen sei. Eine Theorie, die sich vielleicht im Prequel bewahrheitet. Auf jeden Fall sollten darin zumindest einige der Vorfahren von Jon, Arya, Sansa und Bran erscheinen, HBO erwähnt die Starks in der Ankündigung des neuen Formats. Der bemerkenswerteste Stark aus dem Zeitalter der Helden, Bran der Erbauer, hat einige der spektakulärsten Bauwerke der Sieben Königreiche gebaut. Darunter die große Mauer, die Westeros von der Tundra trennt, in der die Wildlinge und Weißen Wanderer wohnen. Und so, wie die siebte Staffel den Fall der Mauer zeigte, wird die Prequel-Serie irgendwann vom Errichten der Mauer erzählen – natürlich immer vorausgesetzt, sie läuft lange genug.

George R. R. Martin jedenfalls hat bereits seinen Wunschtitel kommuniziert: "The Long Night". Wie alle HBO-Serien werden auch die "Game of Thrones"-Nachfolger in Deutschland zuerst bei Sky zu sehen sein. Aber auch das wird leider noch dauern: Frühestens 2020 ist es so weit.

Bildergalerie: Die Stars aus "Game of Thrones" jenseits von Westeros: