"Succession": Macht und Millionen einer Mediendynastie

Die provokante HBO-Drama-Serie "Succession" erzählt von einer durch Macht und Geld verdorbenen Familie eines Medien-Moguls. Was die Macher inspirierte.

Vor der Kulisse New Yorks inszenierte Jesse Armstrong ("Veep") seine fiktionale Serie "Succession" (ab dem 23. Juli, 20.15 Uhr, Sky Atlantic). Sie zeigt, wie Macht und großer Reichtum den Charakter verderben, Menschen verändern und verletzen können.

Deutscher Teaser-Trailer zu "Succession"

Darum geht's in "Succession"

Ein Kendall Roy soll seinen Vater anrufen? Nachdem Übernahmeverhandlungen mit einem großen Onlinedienstleister gründlich schiefgelaufen sind, werden Kendalls Berater nervös. Aber deshalb den Vater anrufen? Was für eine Frechheit. "Möchte hier vielleicht sonst noch jemand seinen Vater anrufen?", fragt Kendall spöttisch.

Wenig später klingelt das Smartphone, am anderen Ende: sein Vater, Logan Roy, Gründer und Chef eines der weltgrößten Medienkonzerne. Kleinlaut stammelt der zweitälteste Sohn ins Handy, sie müssten leider die Summe ihres Übernahmeangebots erhöhen. Eigentlich sollte Kendall in Kürze den Chefsessel des Patriarchen übernehmen. Doch der alte Herr überlegt es sich plötzlich anders.

Trailer zur 1. Staffel "Succession" (OV)

Mit beißendem Witz erzählt die neue HBO-Drama-Serie "Succession", wie Logan Roy an seinem 80. Geburtstag seine Sprösslinge um sich schart, um ihnen mitzuteilen, dass er entgegen früherer Bekundungen keineswegs gedenkt, die Führung des Mediengiganten Waystar/Royco abzugeben. Die Brut ist erst entsetzt – und schmiedet dann umgehend Pläne, sich einen möglichst großen Teil des Firmenvermögens zu sichern.

Der Cast

"Logan ist ein Selfmademan und hat gelernt, zäh zu sein, im Gegensatz zu seinen Kindern. Sie sind sehr reich, aber vor allem dumm, und sie verhalten sich auch so", sagt Brian Cox, der mit Begeisterung den beileibe nicht altersmilden Logan spielt. "Es ist eine faszinierende Rolle, in ihr steckt viel von Shakespeares König Lear. Und dann gibt es diese ganz andere Seite an ihm, wie ein Eisberg verbirgt er etwas. Er hat sich ein ganz besonderes Auftreten antrainiert, weil er niemandem vertraut."

Auch das restliche Ensemble trumpft auf: Alan Ruck spielt den resignierten großen Bruder Connor, der vom Vater übergangen wurde. Jeremy Strong ist als aktionistischer Nichtsnutz Kendall zu sehen, Kieran Culkin als ewig frotzelnder Jüngster; Sarah Snook spielt die unterschätzte Tochter und Matthew MacFadyen den schmierigen Schwiegersohn.

Rupert Murdoch und 'Das Fest' als Vorbild

Viele Zuschauer werden bei der Serie, die von Comedy-Star Will Ferrell und Regisseur Adam McKay ("The Big Short") produziert wurde, an den Clan des News-Corp-Gründers Rupert Murdoch. Tatsächlich gab es aber auch andere Inspirationen: "Wir haben uns im Writers' Room den dänischen Dogma-Film 'Das Fest' über ein Familientreffen angeschaut. Man kann sehen, dass Adam McKay etwas davon für die erste Folge mitgenommen hat, etwa die dokumentarische Drehweise", sagt der britische Showrunner Jesse Armstrong.

Trailer zu "Das Fest"

GOKA-Wertung

Ganz unterschiedliche Einflüsse ergeben in der 10-teiligen Serie "Succession" ein unterhaltsames Porträt über Gier, Geld – und eine hoffnungslos verkommene Familie.