Serien-Event der Woche: "Elven - Fluss aus der Kälte"

Skandinavische Thriller-Reihe, deren Geschichte vom grausamen Fund eines toten Mädchens bis zu norwegisch-russischen Gefechten während des Kalten Krieges reicht.

Ein totes Mädchen, eine abgetrennte Hand und norwegisches Militär, das etwas zu vertuschen versucht – Polizist Thomas Lønnhøiden stößt in "Elven - Fluss aus der Kälte" (8 Folgen, donnerstags ab dem 23. August, 20.15 Uhr auf Arte) bei seinen Ermittlungen auf große Herausforderungen.

Originaltrailer zu "Elven - Fluss aus der Kälte" (TV-Start: 23.8.2018)

Darum geht's in "Elven - Fluss aus der Kälte"

Welch ein grausiger Fund: Die zehnjährige Silja (Wiola Wilmi) entdeckt nahe der russisch-norwegischen Grenze an einem Flussufer einen abgetrennten Arm. Polizist Thomas Lønnhøiden (Espen Reboli Bjerke), der von Siljas Großmutter verständigt wurde, befragt das Mädchen. Ihre Mutter Grace (Ánne Mággá Wigelius) hat mir ihren eigenen Problemen zu kämpfen, für Geld geht sie sogar anschaffen. Wenig später verschwindet Silja spurlos. Lønnhøiden begibt sich verzweifelt auf die Suche nach dem kleinen Mädchen.

Doch im millitärischen Sperrgebiet, wo er Silja vermutet, wird ihm der Zugang von Offizierin Mia (Ingeborg Raustøl) verweigert. Wenig später kann das Mädchen nur noch tot geborgen werden. Lønnhøiden stößt bei seinen Nachforschungen auf Gegenwehr von Vorgesetzten und dem Militär, das ihn sogar festnehmen lässt. Was ist auf der Grenze passiert? Lønnhøiden kommt einem gefährlichem Geheimnis auf die Spur, das auch ihn ganz persönlich betrifft.

Hintergrund

Während des Kalten Kriegs war die 80 Kilometer lange Grenze zwischen Norwegen und Russland die einzige europäische Grenze zwischen einem NATO-Mitgliedstaat und der damaligen Sowjetunion. Sie verläuft u.a. in der Mitte des Flusses Jakobselva, der in den Varangerfjord und dann in den Barentssee abfließt. Die norwegischen Grenzpfähle am Ufer sind gelb mit einer schwarzen Spitze, die russischen rot-grün gestreift. Zäune verhindern, dass Tiere die Landesseite wechseln. Der einzige Grenzübergang befindet sich in Storskog. 2015 wurde dieser Ort durch die sogenannte "Arktis-Route" der Flüchtlinge bekannt.

Hauptdarsteller Espen Reboli Bjerke (45, Rolle:Thomas Lønnhøiden) erlangte vor allem in seinem Heimatland Norwegen große Bekanntheit. Er spielte in zahlreichen TV­-Serien wie "Schmokk" (2011), "Saboteure im Eis: Operation Schweres Wasser" (2015) und Mammon (2016) mit. Letztere wird voraussichtlich Ende des Jahres auf Arte ausgestrahlt.

Ingeborg Raustøl (39, Rolle: Mia) erhielt mit der Serie "Maniac" (2015) auch internationale Anerkennung, sie wurde beim Festival de Télévision de Monte­Carlo als Beste Schauspielerin nominiert. Gemeinsam mit Espen Reboli Bjerke stand sie schon für "The Heavy Water War" (2015), einer Serie, die zu Zeiten der Norwegischen Schwerwasser-Sabotage innerhalb des Zweiten Weltkrieges spielt.

GOKA-Kritik

An kühlen Winterabenden kann man es sich mit dieser Serie sicherlich gemütlich machen und sie hintereinander weggucken. Die düsteren, wunderschönen Landschaftsaufnahmen und die norwegisch-russischen Hintergründe des Kalten Krieges können einen schon fesseln, dazu viele persönliche Schicksale der Protagonisten und sogar eine Agentengeschichte.

Dennoch gibt es eindeutig bessere skandinavische Krimis. Hier stören einen die zu vielen wackelnden Einstellungen und Großaufnahmen und die teilweise verworrenen Geschichten und Dialoge. Das können die Norweger normal noch besser. Insgesamt aber aufgrund der Einzigartigkeit des Plots ein solider Krimi.