Serien-Event der Woche: "Maniac"

Abgedrehter Trip mit den Oscar-Preisträgerinnen Emma Stone und Sarah Field, sowie dem Oscar-Kandidaten Jonah Hill.

Was ist echt, was entspringt den Hirngespinsten? So ganz genau kann man das bei der Serie "Maniac" (10 Folgen ab sofort auf Netflix) nicht sagen. Klar ist nur, dass die herausragenden Schauspieler und kreativen Einfälle der Macher mit den Sehgewohnheiten der Zuschauer spielen und zwischen Mystery, Fantasy und Comedy hin und her springen.

Trailer zu "Maniac" (VoD-Start: 21.9.2018)

Darum geht's in "Maniac"

Annie Landsberg (Emma Stone) und Owen Milgrim (Jonah Hill) haben es im Leben nicht leicht: Beide sind sehr einsam und haben eine dunkle Vergangenheit ihre Geschwister betreffend. Während Annie ihren Kummer mit Tabletten betäubt, muss Owen sich seiner Diagnose "Schizophrenie" stellen. Als beide von einer Arzneimittelstudie hören, sind sie aus ganz unterschiedlichen Gründen davon begeistert. Annie will ihre Medikamentensucht stillen und bedroht sogar eine Mitarbeiterin des Pharmakonzerns, die sie daraufhin verbotenerweise als Versuchskaninchen einschleust.

Owen hingegen lässt sich von Werbeversprechen, wie "Willkommen am Anfang ihres neuen Lebens" beeindrucken. Sein psychischer Gesundheitszustand passt perfekt zur Studie. Die Probanden sollen drei Tabletten nehmen, die ihnen angeblich helfen, die schlimmsten Erlebnisse ihrer Vergangenheit hinter sich zu lassen. Von Herzschmerz bis zu schweren Depression soll alles geheilt werden. Doch mit der Einnahme der Pillen fangen die Probleme der beiden erst richtig an.

Hintergrund

"Maniac" beruht grob auf der gleichnamigen norwegischen Serie und vereint ein einzigartiges Cast:

Oscar-Preisträgerin und Golden Globe Gewinnerin Emma Stone ("La La Land") ist am 29. September mit ihrem neuen Kinofilm "The Favourite" auf dem Hamburger Filmfest zu sehen, der offizielle Kinostart ist der 3. Januar 2019. Sie spielt darin die Hofdame Abigail im 18. Jahrhundert.

Jonah Hill, der sich vor allem als Comedian einen Namen gemacht hat, war schon für "Die Kunst zu gewinnen – Moneyball" (2011) und "The Wolf of Wall Street" (2013) für einen Oscar nominiert. Momentan ist er in der Filmbiographie über John Callahan in "Don’t Worry, weglaufen geht nicht" im Kino zu sehen.

Das Drehbuch schrieb Patrick Somerville. Filmemacher Cary Fukunaga führte auch schon bei der romantischen Buchverfilmung "Jane Eyre" (2011) mit Mia Wasikowska und Michael Fassbender Regie. Zudem inszenierte er die erste Staffel von "True Detective", wofür er 2014 einen Emmy erhielt. Jüngst wurde er als Regisseur für den nächsten "James Bond"-Film bestätigt.

GOKA-Wertung

Die Serie fängt abgedreht und undurchsichtig an, es regnet Popcorn und komische Maschinen bewegen sich durch New York. Dann wird die Geschichte zunehmend strukturierter und interessanter, nur um sich dann wieder in Welten des Unterbewusstsein zu begeben, die von Elfen-"Herr der Ringe"- oder Mafiaclans à la "Sopranos" regiert werden. Einiges ergibt Sinn, vieles nicht. Das alles macht neugierig, ist teilweise aber auch sehr anstrengend. Der Zuschauer muss zwischen Genres, Zeiten, echten und Fantasiewelten, Haupt- und Nebensträgen hin und her springen können. Mal wirkt alles tragisch traurig, dann wieder lustig. Es gibt nichts, was es in dieser Serie nicht gibt. Das hier nichts Struktur hat, zeigt sogar die Länge der einzelnen Folgen - mal geht eine Episode keine halbe dann wieder fast eine Stunde. Kurzum alles ist ein wenig abstrus, aber vor allem mutig und durch seine Andersartigkeit sehenswert.

Was durchweg begeistert ist der herausragender Cast, allen voran Oscar-Preisträgerin Emma Stone. Dazu gekonnte Dialoge von Patrick Somerville und kreative Inszenierungen des nächsten James Bond-Regisseurs Cary Fukunaga.