Tom Tykwer: "Ich weiß gar nicht mehr, welche Szenen ich gedreht habe"

Foto: X Filme Creative Pool GmbH
Tom Tykwer (53) ist Ko-Autor und -Regisseur von "Babylon Berlin". Zu seinen größten Erfolgen zählen Kinofilme wie "Lola rennt", "Das Parfum" und "Cloud Atlas".

"Um ehrlich zu sein: Wenn ich mir 'Babylon Berlin' anschaue, weiß ich gar nicht mehr, welche Szenen ich gedreht habe und welche von meinen Kollegen Achim und Henk stammen. Alles hat sich vermischt. Im Gegensatz zu fast allen anderen Serien haben wir den Dreh nicht in Episoden aufgeteilt. Das wäre unmöglich gewesen bei rund 300 Dreh­orten. Der Drehplan ergab sich prak­tisch von selbst: 'Du machst Motiv X und drehst dort die Szenen für die Episoden 2, 7, 11 und 16.' Nachtdrehs waren eine besondere Herausforderung. Im Juni wären die Nächte zu kurz gewesen. Dazu hatten wir im Cast eine Menge viel be­schäftigter Darsteller, die wir unmöglich ein ganzes Jahr sperren konnten.

Exklusive Featurette zu "Babylon Berlin"

Einige Szenen spielen in lauen Sommernächten mit leicht bekleideten Komparsen. Tat­sächlich aber wurden sie im Dezember bei zum Teil bitterer Kälte gedreht. Ein echtes Geschenk für uns war natürlich die Neue Berliner Straße von Studio Babelsberg als Kulisse. Hier konnten wir unsere eigene Welt, unser Babylon Berlin 1929, erschaffen. Uns war aber auch wichtig, an authentischen Orten zu drehen, wie am Alexanderplatz. Dort starteten wir sonntags ganz früh, vor den Touristenmassen. Wir sperrten den Platz weiträumig ab und setzten dann Hunderte von Komparsen, eine alte Straßenbahn und eine Flotte von Oldtimern in Bewegung. Logistisch sehr aufwendig, aber ich denke, es hat sich gelohnt."