Heiko Schmidt: "Wir arbeiten mit zehn Sorten Kunstblut"

Echtes Entertainment im Tanztempel Moka Efti. Für die Tanzszene mussten rund 300 Komparsen geschminkt und gestylt werden.
Echtes Entertainment im Tanztempel Moka Efti. Für die Tanzszene mussten rund 300 Komparsen geschminkt und gestylt werden.
Foto: Frédéric Batier / X Filme Creative Pool Entertainment GmbH
Gemeinsam mit Kerstin Gaecklein ist er der Make-up- Designer der Serie. Wie bei deutschen Produktionen üblich, umfasst diese Aufgabe auch das Styling der Haare.

"Es gibt einen Film, der zu einer ähn­lichen Zeit in Berlin spielt wie unsere Serie: 'Cabaret' aus dem Jahr 1972 –
ein tolles Musical, aber was die Maske betrifft, war unser Ansatz bei 'Babylon Berlin' völlig anders. Alle sollten mög­lichst ungeschminkt sein. Schweiß­perlen waren oft durchaus erwünscht. Die Figuren sollten eben nicht wirken wie aus ferner Zeit. Dabei liegt der Fokus natürlich auf den Hauptdarstellern. Aber gerade bei historischen Stoffen vermittelt sich Atmosphäre viel über die Statisten. Da hilft es, dass sich 'Babylon Berlin' in unterschiedlichsten Kreisen und Klassen bewegt: Bettler, Richter, Unterwelt, Polizei.

Exklusive Featurette zu "Babylon Berlin"

Die für uns aufwen­digste Sequenz spielte in einem Nacht­klub: Für die Tanzszene im 'Moka Efti' mussten wir rund 300 Komparsen schon vorab treffen, Frisuren festlegen, Haare schneiden usw. Am Drehtag stockten wir unser Team auf: von fünf auf 20. Los ging’s morgens um vier Uhr. In anderen Szenen stand eher der Krimianteil der Serie im Mittelpunkt. Insgesamt arbeiten wir mit zehn Sorten Kunstblut. Soll es frisch sein oder angetrocknet? Soll es gut auf Stoff aussehen oder auf dem Boden? Eine Wissenschaft für sich. Enthalten sind immer Glyzerin, Farbstoff und Glukose. Und dann hat jeder noch seine Spezialzutat. Aber die wird nie verraten."