Robert Pinnow: "Wir haben 20 000 Statisten kreiert"

Die meisten Autofahrten wurden im Computer visualisiert. Eine besondere Schwierigkeit dabei: die Spiegelungen auf dem Lack nachzubilden.
Die meisten Autofahrten wurden im Computer visualisiert. Eine besondere Schwierigkeit dabei: die Spiegelungen auf dem Lack nachzubilden.
Foto: © ARD Degeto/X-Filme/Beta Film/Sky Deutschland/Frédéric Batier
Robert Pinnow ist der Visual Effects Supervisor für die Computereffekte. Mit der Firma Rise war er schon für US-Hits wie "Avengers" tätig.

Das größte Kompliment für unsere Arbeit ist, wenn sich der Rest des Filmteams bei der Premiere gar nicht mehr erinnert, wie die Szene damals beim Dreh aussah. Computereffekte ermöglichen heutzutage fast alles. Trotzdem finde ich: Was sich real filmen lässt, sollte man auch filmen. So können wir uns auf das konzentrieren, was nur digital möglich ist. Und bei 'Babylon Berlin' war das eine Menge.

Exklusive Featurette zu "Babylon Berlin"

Unter anderem haben wir für viele Autofahrten die Hintergründe des alten Berlins im Computer gebaut. Eine besondere Schwierigkeit: die Spiegelungen auf dem gesamten Lack. Denn der Oldtimer wurde ja im Studio vor grüner Leinwand gefilmt. Also mussten wir die zum Hintergrund passenden Reflexionen anhand eines digitalen Automodells berechnen und einfügen. Dieses Modell konnten wir auch für eine andere Szene verwenden: Ein Auto stürzt spektakulär in einen See. Diesen Stunt hätten wir gar nicht echt drehen können, da der See unter Naturschutz steht. Auch bei Massenszenen war viel zu tun: Für die Demo am 1. Mai fügten wir den rund 250 echten Statisten 2000 aus dem Computer hinzu. Diese 'digitalen Models' können wir ankleiden, wie wir wollen. Für die größte Massenszene, eine Rede Hindenburgs, haben wir 20 000 Statisten kreiert. Beim Dreh stand da nicht ein einziger echter Statist."