Serien-Event der Woche: "24 Hours - Two Sides of Crime"

"24 Hours - Two Sides of Crime": eine packende belgisch-deutsche Thrillerserie, die eine Geiselnahme aus verschiedenen Perspektiven erzählt.

Diese Serie ist ein Meisterwerk. Eigentlich sollte man doch meinen, dass eine Krimigeschichte über einen Banküberfall kaum noch einen Zuschauer vor den Bildschirm lockt. Doch diese sehr klug durchdachte Story ist anders. Der Perspektivwechsel zwischen Ermittlern, Räubern und Geiseln erzählt so viel mehr, ist brillant und unfassbar spannend. Schade, dass der Sender ZDFneo sie im Spätprogramm versteckt! Ab Freitag dem 6. Oktober täglich bis Mittwoch, dem 10. Oktober um 21.45 Uhr als sechstägiger, teilweise in Echtzeit erzählter Event, zusätzlich bis Mitte Oktober 2019 in der ZDF-Mediathek abrufbar.

Darum geht's in "24 Hours - Two Sides of Crime"

Dieser Banküberfall ist kein gewöhnlicher: Es wurde kein stiller Alarm ausgelöst, die Geiseln haben je eine Bombe um den Hals gelegt bekommen und sollte einer nicht kooperieren, wird der andere in die Luft gesprengt. Aber das Schlimmste: Auch das Leben zweier Kinder steht auf dem Spiel. Doch vorerst wissen die Ermittler wenig über die Ereignisse.

Die Verhandlungsführer Mercedes De Vos (Sofie Decleir) und Roeland Wagemans (Willy Thomas) lassen ihren neuen Kollegen Ibrahim El Ghazoui (Lukas De Wolf) ins kalte Wasser springen und die Gespräche mit den Gangstern führen. Leider gelingt es ihm nicht, irgendeine Informationen von den Geiselnehmern zu erhalten. Die Lage in der Bank spitzt sich zu.

Die Verbecher am Telefon scheinen Profis zu sein und sich in dem Geldinstitut bestens auszukennen. Sie verlangen eine Million Euro und bleiben trotz des Aufgebots an Polizei seltsam gelassen. Einsatzleiter Ivo De Rouck (Johan Van Assche) steht vor einem Rätsel, verängstigte Angehörige und Journalisten erschweren ihm die Arbeit. Schnell wird klar, dass innerhalb und sogar außerhalb der Bank niemand derjenige ist, der er vorgibt zu sein.

Hintergrund

Die Serie betrachtet abwechselnd Ereignisse aus Sicht der Polizei, der Presse sowie der Bankräuber, der Opfer und ihrer Familien. Hauptdarstellerin Sofie Decleir stammt aus einer Schauspielerfamilie und ist die Tochter des mehrfach ausgezeichneten, flämischen Schauspielers Jan Decleir aus "Ich und Kaminski".

Unter dem Originaltitel "De Dag" (dt. "Der Tag") feierte die Serie auf der diesjährigen Berlinale ihre Weltpremiere und lief bereits im März auf dem flämischen Sender Vier. Die Verantwortlichen von ZDFneo waren von dem Format so angetan, dass sie sogar noch nach Fertigstellung im Februar als Koproduzenten mit eingestiegen sind. Wolfgang Feindt von ZDFneo begründet die Entscheidung so: "Wir suchen ständig nach neuen, aufregenden Stimmen und innovativen Projekten, die sich für das junge, international orientierte Publikum von ZDFneo empfehlen. Belgien hat einen großen Pool an Talenten. Mit 'De Dag' haben wir ein weiteres, inspirierendes Konzept gefunden, das dank des tollen Storytellings ein großes Publikum unterhalten wird."

GOKA-Wertung

"24 Hours - Two Sides of Crime" fängt gemächlich an. Aber nach einer halben Stunde steigert sich die Spannung so sehr, dass sie teilweise kaum noch zu ertragen ist. Zudem erhöht der Perspektivwechsel die Dramatik. Kleine Details ergeben plötzlich ein großes Ganzes und je mehr die Fäden zusammenlaufen, desto packender setzt sich die Geschichte zusammen. Den Autoren Jonas Geirnaert und Julie Mahieu, die bereits vor zehn Jahren die Idee zu dieser Serie hatten, ist eine Glanzleistung gelungen. Das clevere Drehbuch, die grautrübe Inszenierung und die minimalistisch eingesetzten Stilmittel machen aus einem einfachen Banküberfall mit Geiselnahme einen absolut sehenswerten Nervenkitzel.