The Team II: Ein Euro-Trio gegen den Terror

Viel Blut, viel Tempo: Die Europol-Reihe „The Team“ geht in die zweite Staffel.

Es ist eine bunte Gruppe, die da an einem langen Holztisch zu Abend isst. Der Gastgeber ist Deutscher, auch zwei belgische Schwestern und einige Syrer zählen zu den Gästen. Draußen herrscht Sauwetter. Dichter Regen prasselt auf das Dach. Drinnen ist es warm, die Stimmung gelöst, Kerzen brennen. Die Herberge ist eine Anlaufstelle für Flüchtlinge unter dem Radar der Behörden. Dann steht ein Fremder in der Tür und metzelt die Menschen nieder. Ein siebenfacher Mord in Dänemark. Das Land steht unter Schock. (THE TEAM II: Vier Teile, ab 21.Oktober jeweils sonntags im ZDF. In der Mediathek die englischsprachige Version)

The Team 2: Neue Besetzung und mehr Action

Die zweite Staffel der internationalen Koproduktion „The Team“ kommt neu besetzt, aber knallhart daher wie der Vorgänger 2015. Warum so viel Gewalt? „Die Serie wird spätabends gezeigt und steht in der Tradition von amerikanischen Serien wie‚Breaking Bad‘, das ist Teil der Spannung“, so Jürgen Vogel („Blochin“). Er mimt den Hamburger Kommissar Gregor Weiss, der in das Team um die dänische Polizistin Nelly Winther und die junge belgische Agentin Paula berufen wird. Anders als die Kolleginnen nimmt es Weiss mit den Vorschriften nicht genau, bei Befragungen wird er handgreiflich, er trinkt gern, bandelt mit der Kollegin an, obwohl er liiert ist und fünf (!) Kinder in einer Patchworkfamilie mit Filmpartnerin Marie Bäumer hat.

Trailer: The Team II

Vogel, abonniert auf gebrochene Helden, schätzt gerade die Fehler an Weiss: „Ein Supertyp.“ Der Fall ist reichlich komplex: Es geht um einen kostbaren Fries aus Syrien, eine Frau auf der Flucht, Schmuggel, Menschenhändler, Dschihadisten, die Schickeria in Österreich und die Familien von Opfern, Tätern und Polizisten. Viele heiße Eisen. Vielleicht zu viele, um alle zu schmieden? „Da liegt ja die Spannung. Der eigentliche Fall schält sich erst langsam heraus“, sagt Vogel. Der Stoff hat reale Bezüge. International besetzte Polizeieinheiten, Joint Investigation Teams (JIT), gibt es wirklich bei Europol. „Auch die Verstrickung zwischen Terror und internationalem Kunsthandel ist interessant“, so Vogel (GOLDENE KAMERA 2003). „Jeder Käufer von Kunst aus Syrien weiß, dass er sich die Hände blutig macht und indirekt den Krieg finanziert.“

Die Karriere von Jügen Vogel in Bildern:

Worum geht's in der zweiten Staffel "The Team"?

In einem Bed and Breakfast im dänischen Marschland werden bei einer Schießerei sieben Menschen ermordet. Einzige Überle­bende ist die junge Syrerin Malu Barkiri. Der Täter entkommt unerkannt. Unter den Opfern sind neben den deutschen Besitzern des Hauses auch illegale Einwanderer, die offenbar in der Pension untergetaucht waren. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund kann nicht ausge­schlossen werden. Doch auch ein belgisches Schwesternpaar, das Kontakt mit der Terrororganisation "Caliphate Union" hatte, wurde bei dem Anschlag getötet. Nelly Winther , Gregor Weiss und Paula Liekens bilden ein von Europol formiertes Joint Investigation Team, dessen gemeinsame Ermittlungserkenntnisse ein terroristisches Motiv nahelegen. Ein Anschlag der "Caliphate Union" auf europäischem Boden scheint unmittelbar bevorzustehen.

Auch ein Neonazi aus Dänemark spielt. eine Rolle in dem Fall – ein Verweis auf den Rechtsruck in Europa, der auch bei uns zu spüren ist. Vogel: „Das ist nicht neu. Hoyerswerda war ja in den 90ern. Der beste Schutz vor Radikalismus ist eine gute Bildungs- und Beschäftigungspolitik. Und da haben wir große Mängel.“ Gedreht wurde auf Englisch in Dänemark, Belgien, Deutschland, Österreich und Marokko. Gab es große Unterschiede in der Arbeitsweise? „Nicht wirklich. Wir Schauspieler haben abends zusammen an den englischen Dialogen gearbeitet, damit sie nicht so aufgesagt klingen“, so Vogel. „Das gute deutsche Voll-Catering mit Frühstück, Mittag- und Abendessen, das haben wir in Dänemark eingeführt.“

Bei vielen Kreativparts wie Konzept, Buch und Regie setzten das federführende ZDF und Produzent Andi Wecker vor allem auf Filmschaffende aus Dänemark. Warum sind Nordkrimis so erfolgreich? Vogel: „Die Skandinavier erzählen trocken, ohne Firlefanz, mit guten Dialogen, radikal in ihren Figuren und mit ganz eigenem Stil.“