"Der Pass": Bizarre Ritualmorde in den Alpen

Skys österreichisch-deutsche Serien-Antwort auf "Die Brücke": "Der Pass" mit Nicholas Ofczarek und Julia Jentsch
Skys österreichisch-deutsche Serien-Antwort auf "Die Brücke": "Der Pass" mit Nicholas Ofczarek und Julia Jentsch
Foto: Sky Deutschland/Wiedemann & Berg/Sammy Hart
Die achtteilige deutsche Thrillerserie "Der Pass" (25. Januar 2019 bei Sky und über Sky Ticket, Sky Go und auf Abruf) basiert auf der Ausgangsidee der dänisch-schwedischen Krimiserie "Die Brücke", erzählt aber eine eigenständige, neue Geschichte.

Darum geht's in "Der Pass"

Eine Leiche, zwei Ermittler und jede Menge Geheimnisse – so weit, so krimitypisch. Doch "Der Pass" will noch einiges mehr bieten. Das Opfer etwa ist nicht nur grausam entstellt, sondern auch gezielt in Szene gesetzt worden. Ein bizarrer Ritualmord? Zudem sind die Ermittler ein Team wider Willen: Ellie Stocker (Julia Jentsch, "Das Verschwinden") aus Berchtesgaden wittert in dem rätselhaften Fall eine einmalige Chance, ihr österreichischer Polizeikollege Gereon Winter (Nicholas Ofczarek, "Braunschlag") dagegen hat längst mit seinem Beruf abgeschlossen. Doch lösen können beide den Fall nur gemeinsam: Der Täter hat die Leiche genau auf der Grenze zwischen Deutschland und Österreich platziert.

Es ist ein lokal verwurzelter Thriller in den deutsch-österreichischen Alpen. "Wir folgen den Spuren eines Serienkillers, der aber nicht nur den nächsten Mord plant, sondern eine sehr viel größere Agenda hat. Dabei geht es vor allem um den authentischen und wirklich nahen Blick auf die Ermittler und auch den Täter selbst", erklärt Erfolgsproduzent Quirin Berg, dessen Serie "4 Blocks" die diesjährige GOLDENE KAMERA bekam, im Gespräch mit GOLDENE KAMERA.

"True Detective" auf dem Dachstein

Die vielleicht wichtigste Rolle spielt die Alpenregion zwischen Deutschland und Österreich. "Bisher wurde diese Gegend oft sehr pittoresk in Szene gesetzt, was schnell kitschig wirkt", sagt Philipp Stennert ("Die Dasslers"), der die Serie gemeinsam mit Cyrill Boss geschrieben und inszeniert hat. "Doch wer diese Region kennt, weiß, was für eine starke Atmosphäre sie haben kann. Wir hatten schon lange den Wunsch, einmal eine Geschichte in diesem Setting zu erzählen, in einer Natur, die all ihre Düsternis und geheimnisvollen Facetten zeigt."

Die ersten Ausschnitte, die vorab zu sehen waren, sind vielversprechend – und bestätigen Bergs Einschätzung: "Die Serie geht erzählerisch eigenwillige Wege und entwickelt einen immer stärkeren Sog." Dank spektakulärer Luftaufnahmen haben Stennert und Boss in der archaischen Berglandschaft tatsächlich ein unverbrauchtes Szenario entdeckt. Die düstere Jagd auf den besessenen Killer weckt Erinnerungen an die besten Vertreter des Genres in Fernsehen und Kino, diesmal aber mit einem deutsch-österreichischen Einschlag – "True Detective" auf dem Dachstein, "Sieben" im Salzburger Land. Es scheint, als haben sich die schwierigen Drehbedingungen im harten Winter 2017/18 mit bis zu drei Metern Schnee optisch ausgezahlt. "Je schlechter das Wetter", sagt Regisseur Cyrill Boss, "desto besser die Bilder."

Profiler als Berater der Serie

Doch bei einem Thriller bringen die imposantesten Aufnahmen nichts, wenn die Psychologie der Figuren nicht stimmt. Um diese so glaubhaft wie möglich darzustellen, haben die Macher einen echten Experten hinzugezogen. Alexander Horn ist Leiter Fallanalyse der bayerischen Polizei. Der 45-Jährige gehört zu den renommiertesten Profilern Deutschlands.

Bei der Erarbeitung der Drehbücher arbeitete er eng mit den Autoren zusammen. "Mein Beitrag", erklärt Alexander Horn, "war es, die Konturen der Hauptpersonen zu schärfen. Wir haben uns ständig gefragt, was genau die Ermittler antreibt. Vor allem allerdings: Was treibt den Täter an? Was ist sein Motiv? Er ist ein missionsgeleiteter Serienmörder. Welche Bestimmung spielt für ihn eine Rolle – und wie verändert sich eine solche Mission durch seine Taten?"

Dabei flossen auch die Erfahrungen aus echten Fällen von Alexander Horn ein, der etwa 2011 maßgeblich an der Klärung der Mord- und Missbrauchsserie des sogenannten "Maskenmanns" beteiligt war. Chefprofiler Horn weiß besser als die meisten anderen: Die Realität ist oft grausamer als jede Fiktion.