"Die Brücke": Das Ende einer Kommissarin

Die wohl ungewöhnlichste Ermittlerin der Welt muss in der letzten Staffel von "Die Brücke" einen besonders brutalen Mord aufklären.

Die gute Nachricht zuerst: Die neue Staffel der Krimiserie "Die Brücke" (bis zum 10. Februar 2018 hier in der ZDF-Mediathek auf Abruf) bietet einmal mehr brillant-düsteren Skandinavienthrill vom Feinsten! Die schlechte Nachricht allerdings lautet: Es ist die letzte Staffel, nach diesen vier Doppelfolgen ist Schluss mit den Geschichten um die schwedische Ermittlerin Saga Norén (Sofia Helin).

Trailer zur 4. Staffel "Die Brücke" (OmU)

Sofia Helin als Saga Norén

"Wir haben gemeinsam im Team entschieden, dass wir die Serie beenden", sagt Sofia Helin im Gespräch mit GOLDENE KAMERA. "Nur weil sie erfolgreich ist, muss man nicht alles aus ihr rausquetschen. Wir möchten auf dem Höhepunkt Schluss machen."

2011 war Sofia Helin zum ersten Mal als Saga Norén zu sehen, eine der ungewöhnlichsten TV-Ermittlerinnen überhaupt. Saga ist fachlich kompetent, leidet aber unter dem Asperger-Syndrom, einer Variante des Autismus. Das macht sie unempfänglich für Gefühle anderer. Ihre Fälle löst sie mit Kollegen aus Kopenhagen, seit der dritten Staffel mit Kommissar Henrik Sabroe (Thure Lindhardt). Die Serie verdankt schließlich ihren Namen der Öresundbrücke, die das schwedische Malmö mit Kopenhagen verbindet.

Darum geht's in der finalen Staffel "Die Brücke"

Die neue Story beginnt brutal: Unterhalb der Brücke, auf der dänischen Seite, wird die Leiche einer zu Tode gesteinigten Frau gefunden. Bei dem Opfer handelt es sich um die Chefin der dänischen Ausländerbehörde. Diese war in die Kritik geraten, weil sie einen homosexuellen Iraner abschieben ließ, dem die Todesstrafe droht. Ist dies das Mordmotiv? Kommissar Sabroe könnte die Unterstützung von Saga gebrauchen – aber die sitzt seit knapp zwei Jahren im Knast, weil sie angeblich ihre Mutter umgebracht hat.

"Für Saga ist das Leben im Gefängnis die Hölle", sagt Sofia Helin. "Sie muss 24 Stunden am Tag Regeln befolgen, die andere für sie aufgestellt haben. Und das ist für einen Menschen mit Asperger unerträglich." Intensiv bereitete sie sich auf diese Szenen vor: "Ich habe zur Vorbereitung ein Gefängnis besucht", erzählt sie. "Dort konnte ich mit Insassen und Mitarbeitern sprechen. Die Atmosphäre an so einem Ort ist beklemmend. Man lebt viel zu dicht mit den anderen Gefangenen zusammen, darf nur selten an die Luft – ein besserer Mensch wird man dadurch bestimmt nicht." Durch die Aussagen eines neuen Zeugen wird Saga freigesprochen und kann Henrik Sabroe bei der Arbeit unterstützen.

Kommt Kommissarin Saga doch noch mal zurück?

Ihre gemeinsame Verbrecherjagd wird in der finalen Staffel "Die Brücke" in mehr als 100 Ländern zu sehen sein und Millionen Menschen begeistern. Einen Hoffnungsschimmer hat Sofia Helin für die Fans: "Ich könnte mir vorstellen, eines Tages wieder Saga zu spielen", sagt sie. "Es wäre spannend, sie mit Anfang 60 zu zeigen. Eine Heldin, die in Rente geht – das klingt nach einer tollen Geschichte!"

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