Serientipp: "Die Wege des Herrn"

Topserie aus Dänemark: "Die Wege des Herrn" verknüpft eine packende Familiengeschichte mit Glaubensfragen.

Darum geht's in "Die Wege des Herrn"

Er ist gebildet, charismatisch, ein großartiger Redner und bei den Mitgliedern seiner Gemeinde als Seelsorger sehr beliebt. Kein Wunder, dass Pfarrer Johannes Krogh (Lars Mikkelsen) als der nächste Bischof von Kopenhagen gehandelt wird. Doch nicht er bekommt das begehrte Amt, sondern eine Kollegin. Johannes stürzt ab, betrinkt sich in Kneipen, betrügt seine Frau und schwört, der neuen Bischöfin das Leben zur Hölle zu machen.


Es ist ein ungewöhnlicher Stoff, den die dänisch­französische Koproduktion "Die Wege des Herrn" (ab Donnerstag, 29. November, 20.15 Uhr, Arte) erzählt. Für Spannung sorgt in den zehn Episoden auch das Verhältnis zwischen Johannes und seinen beiden Söhnen, die ständig um seine Gunst buhlen: August (Morten Hee Andersen) ist ebenfalls Geistlicher und schließt sich als Militärpfarrer einer Ein­heit im Nahen Osten an.

Christian (Simon Sears) will Erfolge als Geschäftsmann fei­ern, sucht aber bald spirituelle Erfüllung in Nepal. Auf allen lastet die Familien­geschichte, denn die Männer der Kroghs sind seit 250 Jahren als Pfarrer tätig.

Hintergrund

"Die Serie verhandelt große Glaubens­ und Religionsfragen in einer modernen Familienerzählung, in der sich die Zu­schauer wiedererkennen können", sagt Adam Price, der die Idee zur Serie hatte und für die Drehbücher verantwortlich war. Price wurde als Schöpfer der weltweit erfolgreichen Politserie "Borgen" bekannt. Nach deren Ende 2013 durfte er das Thema seines neuen Projekts frei wählen. "Meine Neugier auf das Thema Religion ist riesen­groß", sagt er.

"Denn Glaube und Religion spielen in gesellschaftlichen Debatten im­mer eine bedeutende Rolle. Daher möchte ich diesen Themenkomplex verstehen. Für mich als Autor war es eine interessante Aufgabe, Figuren zu entwerfen, die sich vor allem von ihrem Glauben leiten lassen."

GOKA-Kritik

Das mag für eine Fernsehserie vielleicht etwas sperrig klingen, doch die Geschichte fesselt von Beginn an. Was auch an den tollen Darstellern liegt. Allen voran Lars Mikkelsen, der als Johannes atemberau­bend aufspielt. Mikkelsen wurde in Däne­mark als "Bester Schauspieler" mit dem Filmpreis Robert ausgezeichnet und in den USA für den International Emmy Award nominiert. Auch das dänische Publikum war von der Serie begeistert: Dort lief schon die zweite Staffel.