"Ein sicherer Hafen": Dramaserie über eine Flüchtlingskatastrophe

Vor Australien treffen fünf Segelurlauber auf ein seeuntüchtiges Flüchtlingsschiff. Die Rettung schlägt fehl - mit katastrophalen Folgen für die Retter und Flüchtlinge.

Die australischen Freunde – Ryan (Ewen Leslie), seine Frau Bree (Leeanna Walsman), Olivia (Phoebe Tonkin) und ihr Partner Damien (Joel Jackson) sowie Helen (Jacqueline McKenzie) – brechen zum Segeltörn auf der Timorsee auf und stoßen auf ein seeuntüchtiges Flüchtlingsboot. Die Gruppe beschließt, zu helfen, schließlich sind sie die einzige Chance für die über 40 Heimatvertriebenen, heil nach Australien zu kommen. So beginnt das vierteilige Drama, das Arte komplett am Donnerstag, 14. Februar, ab 20.15 Uhr zeigt.

Original-Trailer zu "Ein sicherer Hafen"

Darum geht's in "Ein sicherer Hafen"

Wie sollen die fünf Freunde den Flüchtlingen helfen? Am sichersten für sie wäre es, zurückzufahren und Hilfe zu holen, doch dann würden sie die Flüchtlinge schutzlos zurücklassen. Sie entscheiden sich für einen riskanten Abschleppversuch. Doch am nächsten Morgen ist das Flüchtlingsboot spurlos verschwunden. Einer der Flüchtlinge muss das Abschleppseil zertrennt haben, als sie den Kurswechsel zum näher gelegenen Indonesien bemerkten. Doch wer das Seil wirklich durchtrennt hat, weiß niemand.

Fünf Jahre später erkennt Ryan in einem Taxifahrer einen der Flüchtlinge wieder. Er lädt Ismail Al-Bayati (Hazem Shammas) zu einem gemeinsamen Barbecue ein. Dabei erfahren die Freunde, was damals wirklich geschah: Nachdem das Abschleppseil durchschnitten wurde, kenterte das Boot und Ismails Tochter sowie sechs weitere Menschen starben. Für Ismail ist klar, dass einer der fünf Freunde das Seil durchschnitten hat. Er will Gerechtigkeit für seine Tochter - und verklagt die Australier. Doch wer ist wirklich schuld am Tod der sieben Menschen?

Die Folgen des damaligen Unglücks drohen die Familie von Ryan und Bree zu zerstören. Als das Verfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt wird, reagiert Ismail mit Ohnmacht, Verzweiflung und Wut. Wird er so weit gehen, sich selbst seine vermeintliche Gerechtigkeit zu verschaffen?

Preisgekrönte Serie

Für "Ein sicherer Hafen" erhielt Glendyn Ivin in der Kategorie "Bester Regisseur eines TV-Dramas" den Australian Academy of Cinema and Television Arts (AACTA) Award 2018. Hazem Shammas, der Flüchtling Ismail Al-Bayati spielt, wurde für seine Nebenrolle bei der Verleihung des australischen Fernsehpreises Logie Award mit dem silbernen Logie 2018 ausgezeichnet.

Hintergund

Für zwei der drei Drehbuchautoren ist es nicht das erste Projekt, bei dem sie zusammenarbeiteten. Belinda Chayko und Matt Cameron gehörten auch zum Autorenteam der Serie „Secret City“, bei der auch Produzent Stephen Corvini mit an Bord war. Autor Simon Kennedy ist neu mit dabei.

Serienkritik

"Ein sicherer Hafen" ist ein Appell an die Kraft der Vergebung. Die Botschaft der Miniserie: Konzentriere dich auf das Hier und Jetzt und nicht auf die Vergangenheit. Denke nicht so oft an das, was dir fehlt, sondern an das, was du hast. Im Falle des Verlustes eines geliebten Menschen ist dies oft schwer zu bewältigen. Dennoch macht die Serie deutlich, dass Vergebung der Schlüssel zum Glück ist, während das Trachten nach Rache und Vergeltung nur noch mehr Leid erzeugt.