Die 20 besten TV-Serien der DDR

Am 8. Juli fährt Kapitän Karsten erneut "Zur See": Der MDR wiederholt die neunteilige Fernsehserie, die ab 1977 sehr erfolgreich im DDR-Fernsehen lief, immer montags in Doppelfolgen ab 20.15 Uhr.

"Zur See" war eine der beliebtesten Fernsehserien der DDR. Die erste von neun Folgen wurde zum ersten Mal am 7. Januar 1977 im DDR-Fernsehen gezeigt. Das Geheimnis des Erfolges? Wohl auch die Sehnsucht nach fernen Ländern, denn die Serie brachte Exotik in die DDR-Wohnzimmer und erzählte vom Alltag der Besatzung des Frachtschiffes "MS Fichte" zwischen See- und Landgang, Abenteuer inklusive.

Trailer zu "Zur See"

Auf der "MS Fichte" heuerten beliebte Schauspieler wie Günter Naumann als Chief Paul Weyer, Horst Drinda als Kapitän Hans Karsten, Jürgen Zartmann als Bootsmann und Günter Schubert als Matrose an.

In der ersten Folge "Die Bewährung" liefern sich Kapitän und Chief eine harte Auseinandersetzung um Ehre und Vertrauen auf tobender See. Denn entgegen der Warnungen von Chief Weyer, ordnet Kapitän Karsten an, die Maschine unter hoher Dauerbelastung zu führen. Es kommt zu einem Maschinenschaden durch einen Kolbenfresser. Während sie sich gegenseitig die Schuld für den Schaden geben, treibt das Schiff manövrierunfähig auf einen Küstenstreifen zu.

Vorbild TV-Serie – Inspiration für Ost und West

TV-Produzent Wolfgang Rademann war ein Fan der Geschichten auf der "MS Fichte". Er wurde durch die Serie "Zur See" inspiriert, die Filmreihe "Das Traumschiff" für das Fernsehen der Bundesrepublik zu entwickeln.

Das Vorbild der Krimireihe der DDR "Polizeiruf 110" ist wiederum der "Tatort" im Westen gewesen. Im Frühjahr 1971 äußert Erich Honecker nämlich Kritik an dem Programm des DDR-Fernsehens und forderte "unterhaltsamere und spannendere Programmangebote".

Bis dahin gab es für die DDR-Bürger die "Blaulicht"-Reihe, in der es von 1959 bis 1968 um die Kriminalarbeit der Volkspolizei ging - und die Antwort auf die westdeutsche Serie "Stahlnetz" (1959) war. In der Serie ging es bis zum Mauerbau nur um Verbrechen aus dem Westen. Auch war die Serie "Der Staatsanwalt hat das Wort" (von 1965 bis 1991) sehr erfolgreich, verstand sich übrigens aber als Krimiserie, sondern als "kriminologisches Fernsehspiel". Denn im Vordergrund standen die Motive der Täter - nicht die Aufklärung der Tat.

Spannender ging es dann im "Polizeiruf 110" zu. Die erste Folge wurde am 27. Juni 1971 gezeigt. Noch in Schwarz-Weiß ermittelten Oberleutnant Fuchs und Leutnant Vera Arndt - gespielt von Peter Borgelt und Sigrid Göhler - in ihrem ersten Einsatz "Der Fall Lisa Murnau". Der Erfolg der Reihe ist ungebrochen, schließlich ist sie bis heute Teil der Fernsehunterhaltung.

Die besten Familienserien der DDR

In der DDR wurden Familienserien erst in den 1960er Jahren produziert und weniger zahlreich als in der Bundesrepublik. "Dolles Familienalbum" (1969 bis 1971) war die erste Serie der DDR, die vom Alltag einer Familie erzählte. Im Vordergrund stand das Idealbild der Familie. Auch in der Gesellschaft stand niemand alleine da, alle waren eingebettet in ein soziales Miteinander aus Nachbarn, Arbeitskollegen und Freunden.

Zu den bekanntesten Familienserien der DDR gehören u. a. "Aber Vati!", "Geschichten übern Gartenzaun", "Rentner haben niemals Zeit", "Kiezgeschichten", "Barfuß ins Bett" und "Ein Zimmer mit Ausblick". Weitere erfolgreiche Familienserien, Krimireihen und Kinderserien der DDR, die echte Straßenfeger waren, präsentieren wir oben in unserer Bildergalerie.

Und hier präsentieren wir die besten TV-Klassiker der BRD: