Die letzten Geheimnisse der Simpsons

Die "Simpsons" schrieben TV-Geschichte.
Die "Simpsons" schrieben TV-Geschichte.
Foto: FOX
Wieso sind die Figuren gelb? Und was haben sie mit Japans Mafia zu tun? Zum 30-jährigen Jubiläum der Comedy-Serie packt Serienautor Mike Reiss aus.

Sechs Wochen, mehr nicht! Dann werden die „Simpsons“ garantiert abgesetzt. Da ist sich der Co-Autor der Serie Mike Reiss beim TV-Debüt 1989 sicher. Das Thema ist einfach zu heikel und sperrig: Eine streitlustige, dysfunktionale Familie, deren unfähiger Vater in einem Atomkraftwerk arbeitet? Als Zeichentrickserie zur Hauptsendezeit? Heute wissen wir: Aus sechs Wochen wurden 30 Jahre und aus den „Simpsons“ eine der erfolgreichsten Serien der TV-Geschichte. (Staffel 29: Mo, 14. Oktober, 21.15 Uhr bei ProSieben)

Keine Primetime-Serie im US-Fernsehen lief jemals länger. Derzeit wird sogar an einem zweiten Kinofilm gearbeitet. Zum 30-jährigen Jubiläum gewährt „Simpsons“-Veteran Mike Reiss einen Blick hinter die Kulissen. In seinem extrem witzigen Buch „Springfield Confidential“ verrät er Geheimnisse aus den über 650 Episoden.

Gelb, weil irgendwie Haut, irgendwie Haar

Jede einzelne Folge bedeutet neun Monate Arbeit; um die 24.000 Zeichnungen werden dafür angefertigt. Die Anfänge aber waren bescheidener. Gestartet sind Homer, Bart & Co. aus Springfield 1989 mit Clips in der „Tracey Ullman Show“. Wirklich hübsch waren sie damals nicht (s.u.). Doch alle hatten bereits die charakteristischen vier Finger. Diese sind übrigens wohl der Grund, warum sich die „Simpsons“ in Japan nie ganz durchsetzen konnten.

„Die Mitglieder der Yakuza geloben Treue, in dem sie sich den kleinen Finger abschneiden“, erklärt Reiss. „Vier Finger sind also ein Zeichen dafür, dass jemand zur japanischen Mafia gehört.“ Auch die gelbe Farbe der Figuren lässt sich erklären. Die Entwürfe stammen von „Simpsons“- Schöpfer Matt Groening. Allerdings hatten Bart, Lisa und Maggie keine Linie, die festlegt, wo die Haut aufhört und die Haare anfangen. So entschieden sich die Animatoren für Gelb: irgendwie Haut, irgendwie Haar.

Das Bescheuertste, was Amerikaner tun könnten

Voll ins Schwarze traf die Serie mit einer Prophezeiung: Die „Simpsons“ sagten Donald Trump als US-Präsidenten voraus, und das bereits im Jahr 2000! Keine Hexerei, meint Reiss. Für ihn und seine Kollegen war "Präsident Trump" lediglich die logische Antwort auf eine simple Frage: „Was wäre das Bescheuertste, was Amerikaner tun könnten?“ Selbst das Geheimnis der Langlebigkeit der Serie sei erklärbar. Laut Mike Reiss sollte man eher fragen, warum andere nicht so lange durchhalten. Seine Antwort: „Schauspieler. Irgendwann fängt ein Schauspieler an, sich zu langweilen, wenn er immer wieder mit derselben Rolle auf der Bühne steht. Trickfilmstars werden nie müde.“

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Und so ist kein Ende in Sicht, zumal es immer wieder neue Inspirationen gibt. Springfield bleibt das gelbe Spiegelbild unserer Welt. Wann das Aus für die „Simpsons“ kommt? „An dem Tag, an dem Menschen in aller Welt anfangen, ein- ander mit Liebe, Achtung und Vernunft zu begegnen“, so Reiss. „Ich hoffe, dieser Tag wird nie kommen.“

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