„His Dark Materials“: Das neue "Game of Thrones"

„His Dark Materials“ (ab Montag, 25. November, 21.10 Uhr, Sky Atlantic HD) könnte dank epischer Story und Optik das neue „Game of Thrones“ werden!

Es muss eine wirklich vielversprechende Buchvorlage sein, wenn HBO („Game of Thrones“) und BBC („Doctor Who“) gemeinsam daraus eine Serie kreieren. Und tatsächlich: Die „His Dark Materials“- oder „Der Goldene Kompass“-Trilogie (1995, 1997, 2000) von Philip Pullman liefert alles, was der Fantasy-Fan braucht: eine intelligente Geschichte, die die Realität mit streitbaren Figuren facettenreich spiegelt – Tierwesen, Hexen und magische Gegenstände inklusive.

Originaltrailer zur Serie "His Dark Materials"

Darum geht's in "His Dark Materials"

Was wäre, wenn es neben unserer Welt noch weitere Welten gäbe? Darunter eine, in der die Seele als Dæmon in Tiergestalt stets bei uns ist? Dann wäre das Schlimmste, was passieren könnte, dass das Tier von uns getrennt würde. In der ersten Staffel von „His Dark Materials“ macht sich die junge Lyra (Dafne Keen) auf, verschwundene Kinder zu suchen.

Auf ihrer Reise von England in den hohen Norden spielen ein Alethiometer, das jede Frage beantwortet, ebenso eine Rolle wie ein Ballonfahrer aus Texas (Lin-Manuel Miranda, „Mary Poppins’ Rückkehr“) und ein Panzerbär, während die gewissenlose Marisa Coulter (Ruth Wilson) schreckliche Dinge tut. „Sie wurde mir als Mutter allen Übels beschrieben, eine ikonische und klassische Figur in der Literatur“, erzählt Ruth Wilson („Luther“), die GOLDENE KAMERA zusammen mit Dafne Keen zum Interview in Los Angeles trifft. Die egoistische „Eiskönigin“ Marisa Coulter strebt auf Kosten des Guten nach Größe.

Wahrhaftige Energie und Stärke

Ruth Wilson sieht darin einen Trend in unserer Gesellschaft, was der Geschichte eine gewisse Wahrhaftigkeit und Dringlichkeit verleiht. Religion, Staat, autoritäre Diktaturen und der Glaube des Menschen werden hier auf übergeordneter Ebene behandelt. Autor Philip Pullman war an den Drehbüchern beteiligt. Da jeder der Romane in eine Staffel mit acht einstündigen Folgen gepackt werden soll, „haben wir die Chance, die Zeichnung der Charaktere zu vertiefen“, erklärt Wilson. Dabei sei Pullman stets zurate gezogen worden.

Die Buchvorlagen regelrecht verschlungen hat Hauptdarstellerin Dafne Keen („Logan – The Wolverine“). Die 14-Jährige ist „total verliebt in Lyra, weil sie so energisch ist“. Ein starkes, entschlossenes Mädchen hat zu ihrem Bedauern Seltenheitswert in der Filmindustrie. Noch dazu eines, das von Dächern springt. Dazu begeistert Dafne die Lernfähigkeit ihrer Figur. Sie stellt fest, „dass es ihr egal sein kann, was die Leute über sie denken“. Eine Erkenntnis, die in alle Welten passt – auch in unsere ganz reale.