"Bad Banks 2": Die Finanzzocker sind zurück

Der Finanzthriller „Bad Banks“ startet in die zweite Staffel. Was ist neu, wie geht die Story weiter? GOLDENE KAMERA fragte Stars und Macher.

Eben erst hat der gerissene Nachwuchs die Regeln so weit durchschaut, um sie gehörig zu manipulieren, schon ändert sich das Spiel: Die alte, in Verruf geratene Bankenwelt befindet sich im Umbruch und bekommt durch moderne, flexible Start-ups aus der Fintech-Branche mächtige Konkurrenz. Die gewiefte Bankerin Jana Liekam (Paula Beer) bringt ihr Team dafür in Stellung – „Bad Banks“ ist zurück! Mit sechs neuen Folgen setzt die raffinierte, preisgekrönte Thrillerserie ein halbes Jahr nach dem großen Finanz- Crash zum Ende der ersten Staffel ein. Ab 30. Januar in der Arte-Mediathek verfügbar (ZDF-Mediathek ab 31. Januar), ab Do, 6. Februar, 20.15 Uhr bei Arte (Sa, 8. Februar, 21.45 Uhr im ZDF).

Investment-Ass Jana wittert eine Chance, sich an ihrer Chefin Christelle Leblanc (Désirée Nosbusch) zu rächen und in der digitalen Technologiewelt Berlins durchzustarten. Doch dafür muss sie den schwierigen und idealistischen Start-upChef Ben Kaufmann (Noah Saavedra) überzeugen, sich der Global Invest anzuschließen. Auch Alphatier Gabriel Fenger (Barry Atsma) erscheint überraschend schnell aus der U-Haft zurück auf der Bildfläche und hat noch eine Rechnung mit Jana offen. Die Zocker legen wieder los.

"Bad Banks 2": Paula Beer im Interview

"Bad Banks 2" mit mehr Tempo, noch mehr Twists

Mit der Fortsetzung, diesmal inszeniert von Christian Zübert („Lammbock“), wird „Bad Banks“ deutlich wendungs- und temporeicher als zuvor: „Die zweite Staffel ist wesentlich hochfrequenter als die erste“, sagt Oliver Kienle, der Autor von „Bad Banks“. „In der letzten Folge sind es 97 Szenen, das ist wahnsinnig viel für 50 Minuten. Ich warne die Produzenten auch jedes Mal vor, weil sich meine Bücher immer recht günstig lesen. Aber durch die sehr vielen kleinen Szenen wird das Projekt dann eben doch teuer: mehr Figuren, mehr Schauspieler und mehr Locations.“

Vom Set der zweiten Staffel musste häufiger eine Delegation zu Preisverleihungen aufbrechen, unter anderem wurde „Bad Banks“ 2019 mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet und nominiert für die GOLDENE KAMERA 2019 als "Beste Serie". Das Spiel um Macht und Manipulation überzeugte 2018 aber nicht allein die Kritiker, sondern auch Insider der Finanzwelt: „In meiner Heimat Luxemburg haben mir zwei Freunde aus hohen Banketagen beim Abendessen gesagt, dass wir leider kein bisschen übertrieben hätten“, berichtet Désirée Nosbusch (55).

Bad Banks 2: Albrecht Schuch im Interview

Jana Liekam wird jetzt auch handgreiflich

Der Erfolg von „Bad Banks“ liege aber vor allem in der Charakterzeichnung, die es schaffe, das Publikum zu fesseln, meint Nosbusch. Albrecht Schuch (34), der als Banker Adam aus Janas Team seelische Abgründe und einen Körper voller Tattoos zeigt, hörte deutschen Rap von Haftbefehl und Torch, um sich in seine Rolle einzufühlen. Und in der Rolle der manisch ehrgeizigen Jana Liekam wird Paula Beer (25) in der zweiten Staffel sogar handgreiflich – für sie eine neue, aber durchaus reizvolle Herausforderung. „Stunts bedeuten vor allem Training und technische Vorbereitung, wir haben mit unserer Stuntkoordinatorin regelrechte Choreografien eingeübt.“

Spannend sind auch wieder kleine, scheinbar unwichtige Szenen, etwa ein Brillenkauf. Sie enthüllen vieles, selbst über Nebenfiguren der Serie. Daran verzweifelte Autor Oliver Kienle bisweilen, der den Nervenkitzel auf dem Sofa schrieb: „Dort liege ich mit einer Funktastatur, und manchmal dauert es ewig, bis mir so eine Szene einfällt, die dann im Nachhinein immer so klar wirkt – aber ich liebe das“, sagt der 37-Jährige, der auch die Netflix-Komödie „Isi & Ossi“ schrieb und inszenierte (ab 14. Februar verfügbar).

Pläne für ein US-Remake Selbst in den USA machte „Bad Banks“ von sich reden: Wie wir erfuhren, sicherte sich die Produktionsfirma Federation Entertainment of America im Dezember die Rechte für ein Remake. Auch Produzent Patrick Wachsberger („Die Tribute von Panem“) ist an Bord, Gespräche mit möglichen Auftraggebern laufen. „Ich würde mich freuen, wenn Amerikaner das Original gucken, so wie wir Englischsprachiges anschauen“, sagt Désirée Nosbusch dazu. „Aber wenn etwas kopiert wird, muss man das als Ritterschlag sehen.“

GOLDENE KAMERA Serien-Tipp, weil...

Zweites grandioses Lehrstück über die zersetzende Kraft des Geldes. Wer Staffel 1 gesehen hat, kommt an Staffel 2 nicht vorbei!