Clemens Schick über tödliche Viren in "Arctic Circle"

Die in Finnland gedrehte ZDF-Serie "Arctic Circle" (16. Februar, 22.15 Uhr, ZDF) mit Clemens Schick als Pharmaboss Eiben beweist, dass die Lust auf Skandinavien-Krimis noch lange nicht abschmilzt.

Nicht nur die Morde sind besorgniserregend. Bedenklich stimmt auch ein überraschender Fund: Im Blut von getöteten Prostituierten wird ein tödliches Virus entdeckt. Woher kommt es? Parallel werden missgebildete Babys geboren, die qualvoll sterben. Hat sich das Virus schon ausgebreitet?

Nordic Noir vor strahlendem Schneeweiß

Diese Fragen bringen in der Polarregion Lapplands ein ungleiches Duo zusammen: den deutschen Virologen Thomas Lorenz (Maximilian Brückner) und die finnische Polizistin Nina Kautsalo (Iina Kuustonen). Gemeinsam kämpfen sie gegen den Ausbruch einer Seuche, deren Ursprung sie nur durch die Klärung der Morde finden können.

Der deutsch-finnische Thriller „Arctic Circle“ zeigt ihren Wettlauf gegen die Zeit. Für die Polizistin ist er sehr persönlich, denn ihre Schwester ist infiziert. Für Nina und Thomas ist er verwirrend. Welche Rolle spielt etwa Marcus Eiben? Clemens Schick spielt diesen Pharmaboss und erklärt im Interview, wie sehr sich die eisige Atmosphäre am Polarkreis auf den Krimi übertragen hat.

Interview mit Clemens Schick

Herr Schick, wie tickt Ihre Rolle - der Multimillionär und Pharmakonzern-Vorsitzende Marcus Eiben, der ein Dorf, in dem ein tödliches Virus ausbricht, kontrollieren lässt und am liebsten ganz Lappland überwachen lassen würde?

Clemens Schick: Meine Figur ist ein mysteriöser Antagonist, über den man peu à peu und Folge für Folge mehr erfährt. Ich habe Eiben gern gespielt, weil er fast schizophren, häufig geheimnisvoll, oft brutal und immer machthungrig ist. Ich liebe meinen Beruf, weil ich in meinen Rollen ausleben kann, wofür ich in der Realität lange im Gefängnis sitzen würde. Außerdem geraten die Protagonisten, gespielt von Maximilian Brückner und Iina Kuustonen, in eine Abhängigkeit zu meinem Charakter, wodurch große Spannung entsteht.

Ist „Arctic Circle“ eine reine Unterhaltungsserie mit Thrill-Elementen? Oder gibt sie auch gesellschaftlich relevante Denkanstöße?

Clemens Schick: „Arctic Circle“ ist ein Psycho-Crime-Thriller, der in unglaublichen Landschaften gedreht wurde. Der Fall ist so düster, wie die Landschaft am Polarkreis im Winter - genauso frostig ist die Atmosphäre manchmal, nämlich minus 35 Grad. Die Landschaft hat sich total auf die Serie übertragen. Und was die gesellschaftspolitische Relevanz betrifft, die haben immer gute Filme.

Wie wirken sich das Wetter und die Dunkelheit in Finnland während eines so langen Aufenthalts auf die eigene Psyche aus?

Clemens Schick: Mit Dunkelheit und Alleinsein habe ich kein Problem – im Gegenteil: ich mag das, und finde beides schön. Für mich war es wirklich eine ganz tolle Zeit.

Was haben Sie durch den Dreh über Viren gelernt, was Sie vorher noch nicht wussten?

Clemens Schick: Wenn man aufmerksam die Zeitung liest, weiß man, dass die Virenverbreitung schon lange ein immer größer werdendes, weltweites Problem ist. Im Gesundheitswesen, genauso wie in der Landwirtschaft, zum Beispiel kommt im Augenblick die Schweinepest immer näher an die deutsche Grenze – weil aufgrund des massiven Missbrauchs von Antibiotika immer größere Resistenzen in der Viehzucht entstehen.

Wie ist Ihr persönlicher Umgang mit Keimen, Viren, Bakterien? Sind Sie jemand, der sich nach dem Berühren einer Türklinke sofort die Hände desinfiziert?

Clemens Schick: Nein. Mein Motto ist, das härtet mich eher ab, als dass ich mich vor Dingen schützen muss.

Schlussfrage: Was ist Ihr nächstes spruchreifes Projekt? Was ist in der Pipeline?

Clemens Schick: Der Film „Sergio“ mit Wagner Moura und Ana de Armas, den Netflix im Frühjahr zeigt. Außerdem freue ich mich wahnsinnig, auf die Premiere der 2. Staffel der Sky-Serie "Das Boot" im April. Das war ein Traumprojekt, sei es wegen der Rolle, der Regie oder den Kollegen. Da bin ich schon sehr aufgeregt, wie das geworden ist. Und im Frühsommer kommen noch zwei 90-Minüter aus der ARD-Reihe „Der Barcelona-Krimi“.