Letzte Staffel "Pastewka": Bastian Pastewka über das Ende (s)einer Ära

Comedian Bastian Pastewka erklärt, warum er sich nach 15 Jahren von seinem Serien-Alter-Ego "Pastewka" trennt.

Fünfzehn Jahre, zehn Staffeln, 99 Folgen: Mit „Pastewka“ geht jetzt eine der langlebigsten deutschen Sitcoms zu Ende. Ein letztes Mal (ab Fr, 7. Februar bei AMAZON PRIME VIDEO) spielt Bastian Pastewka wieder die wenig schmeichelhafte Version seiner selbst, die zu Beginn der neuen Folgen von einem langen Afrika­Aufenthalt zurückkehrt. GOLDENE KAMERA sprach mit ihm über das Ende einer Ära und die beste nie gedrehte Folge.

GOLDENE KAMERA: Wie hätten Sie reagiert, wenn Ihnen beim Dreh der ersten „Pastewka“-Folge jemand gesagt hätte: „Diese Serie wird 15 Jahre laufen.“

BASTIAN PASTEWKA: Geschockt. Ich hätte nie bei einer Serie zugesagt, die über 100 Folgen angelegt gewesen wäre. Ich hätte gedacht, das nutzt sich ab.

Warum hat es sich nicht abgenutzt?

Vielleicht waren wir flexibel genug. Anfangs war unser Credo: In jeder Folge muss ein prominenter Gast wie Anke Engelke dabei sein. Über die Staffeln wurden es aber immer weniger. Im gleichen Maße wurde Pastewkas Serienfamilie immer wichtiger. Je länger wir liefen, desto mehr Geschichten sind unseren Autoren eingefallen.

Haben Sie von Anfang an an diesen Erfolg geglaubt?

Nein, am Anfang wussten wir alle nicht, was wir da tun. Wir haben die Pilotfolge 2004 selbst finanziert, ohne einen Sender zu haben. Um unseren Stil zu finden. Die Folge haben wir im damals noch unüblichen Format 16:9 gedreht, weil wir dachten, das wäre funky. Sat.1 hat uns dann freundlicherweise in Serie geschickt, aber gesagt: „Dreht bitte in 4:3 weiter – an dieses 16:9 glauben wir nicht.“ (lacht)

Warum soll jetzt Schluss sein?

Es ist schön, aufzuhören, solange die Fans uns noch wollen. Zudem waren die letzten drei Staffeln anstrengend: Drehbuch, Planung, Dreh, Schnitt, Ausstrahlung und wieder von vorne. Praktisch ohne Pause.

Trailer: 10. Staffel "Pastewka"

Also erleichtert statt wehmütig?

Auch wenn es eine freie Entscheidung war: Noch kann ich kaum glauben, dass ich meine Lieblingsfigur nie mehr spielen werde. Ich kenne keinen, der 15 Jahre eine TV­ Rolle gespielt und aufgehört hat. Die „Lindenstraße“­Stars allerdings lachen uns aus, wenn wir mit unseren knapp 100 Folgen prahlen: Wenn dort im März Schluss ist, ist man bei Folge 1760 ...

... aber dort spielt keiner sich selbst.

Na, bei Marie­Luise Marjan bin ich mir nicht sicher. Aber was für eine Leistung. Ich selbst kann meine Persönlichkeit längst nicht mehr von der Rolle trennen.

Wie offen ist die Tür für ein „Pastewka“- Comeback in ein paar Jahren?

Wir haben diese Tür zugemacht. Wer sich die letzte Folge ansieht, erkennt, dass ein Schlusspunkt gesetzt wird, ohne Hintertürchen. Von allen Folgen wird unsere letzte den Fans am meisten zu Herzen gehen.

Was planen Sie als Nächstes?

Ganz ehrlich? Noch gar nichts. Ich suche nicht nach der nächsten großen Sitcom­ Herausforderung, obwohl ich sehr gerne Komödiant bin. Aber das nächste große Projekt – von dem ich nicht weiß, was es ist – muss sich anstrengen, um „Pastewka“ für mich zu toppen.

Ihre Serie lebte stets von absurden Alltagsbeobachtungen. Gab es eigentlich witzige Erlebnisse, die sie nicht in der Serie verarbeiten konnten?

Ich war mal in einem Imbiss in einem Einkaufszentrum. Der Besitzer kam zu mir und sagte: „Pass auf, Herr Pastewka, wir machen einen Deal: Sie dürfen ein Leben lang bei mir umsonst essen, wenn Sie mir Martina Hill vorstellen.“ Ich dachte: Fantastisch, das ist der Anfang einer „Pastewka“­Folge!

Was hat der echte Pastewka gemacht?

Ich habe gesagt: „Das geht leider nicht.“ Drei Tag später traf ich tatsächlich Martina Hill bei einem Event. Ich stand vor ihr und habe überlegt: „Fragst du sie doch? Man weiß ja nie, was die Zukunft bringt. Gratiswurst ist Gratiswurst.“ Solange solche Dinge im echten Leben passieren, denke ich, wir hatten wohl doch irgendwie recht mit unserer Serie.

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