Schmutzige Geschäfte in "Hidden Agenda"

Vom Bordstein zur Skyline: In der schwedischen Krimiserie "Hidden Agenda" (Freitag, 29. Mai, 22 Uhr, ZDFneo) prallen zwei Welten aufeinander.

Wenn es um Ermittlerpaare in Krimiserien geht, denkt man beinahe automatisch an Kommissare. Oder an Privatdetektive. Und manchmal darf auch ein Gerichtsmediziner ran. In der neuen schwedischen Krimiserie "Hidden Agenda" hingegen haben gleich beide Hauptfiguren eher untypische "Berufe": Sie ist Anwältin und er Gangster.

Darum geht's in "Hidden Agenda"

Die junge Emily (Josefin Asplund) arbeitet bei einer der renommiertesten Wirtschaftskanzleien Stockholms. Als der Sohn eines reichen Mandanten plötzlich verschwindet, wittert die ehrgeizige Juristin ihre Chance – sie ermittelt auf eigene Faust. Dabei kreuzt sie den Weg von Teddy (Alexej Manvelov).

Der Mittdreißiger wurde gerade nach zehn Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen und will jetzt sein kriminelles Vorleben hinter sich lassen. Aber die alten Komplizen lassen nicht locker: Teddy soll Emily überwachen, die unter anderem im Revier der Gangster herumschnüffelt. Doch je länger der Fall andauert, desto klarer wird: Auch Teddy muss herausfinden, was mit dem verschwundenen Millionenerben geschehen ist. Aus dem Ex­-Häftling und der Anwältin wird eine ungewöhnliche Zweckgemeinschaft.

Hintergrund

In "Hidden Agenda" prallen zwei Welten aufeinander. Schmutzige Geschäfte gibt es eben nicht nur bei den Gangsterbanden der Vorstädte, sondern auch in Vorstandsetagen. "Die Unterschiede zwischen Emily und Teddy sorgen für Spannung", erklärt Veronica Zacco der GOLDENEN KAMERA. Die Drehbuchautorin (u. a. "Die Brücke") hat für die Serie die Krimis des schwedischen Schriftstellers Jens Lapidus adaptiert. Als ehemaliger Strafverteidiger kennt Lapidus die Anwaltswelt ebenso wie das kriminelle Stockholm. Dennoch gingen Zacco und ihr Autorenteam selbst auf Spurensuche: "Wir besuchten eine bekannte Kanzlei, recherchierten in einem Gefängnis und interviewten einen Ex­-Polizisten, der nun eine Security­Firma leitet."

Wie schon die TV­-Welthits "Kommissarin Lund" oder "Die Brücke" zählt auch "Hidden Agenda" zum Genre Nordic Noir. Mit derlei Labels kann Veronica Zacco wenig anfangen, doch auch sie muss zugeben, dass es ein Muster gibt. "Es klingt seltsam, aber Schweden wirkt auf Menschen in anderen Ländern anscheinend exotisch", so die Autorin. "Zudem haben wir traditionell eine gewisse Dunkelheit in unseren Geschichten. Andere Länder sind gut in Humor und Leichtigkeit, uns liegt eben die Düsternis. Ich denke, Zuschauer brauchen beides."