Eine Dämonin führt L.A. ins Verderben: „Penny Dreadful: City of Angels“

Los Angeles 1938: Ein mysteriöser Ritualmord vergrößert die sozialen und politischen Spannungen in der Stadt. Sehr zur Freude der dämonischen Magda, die mit übernatürlichen Kräften in verschiedenen Rollen ihr Unwesen treibt.

Der Bau des Arroyo Seco Parkways erhitzt die Gemüter in der Stadt der Engel, die mexikanisch- amerikanische Gemeinde rebelliert, Nazis spionieren und sabotieren, wo sie nur können – und eine Predigerin zieht verlorene Seelen an. Als eine vierköpfige Familie tot in einem Kanal gefunden wird, geraten auch zwei Polizisten in den Strudel der Ereignisse. Und über all dem strahlt die kalifornische Sonne. (ab Mo, 8. Juni bei Sky Ticket)

Trailer: "Penny Dreadful: City of Angels"

In diesem von „Penny Dreadful: City of Angels“ gezeichneten Hexenkessel hat die Dämonin Magda – gespielt von „Game of Thrones“-Star Natalie Dormer – leichtes Spiel. Sie nimmt verschiedene Gestalten an und bestärkt die Menschen in ihren negativen, zerstörerischen Tendenzen. Diese Hauptfigur ist eine überraschende Wahl von Serienschöpfer und Autor John Logan („Gladiator“, „James Bond 007: Skyfall“).

In der Mutterserie „Penny Dreadful“ (2014– 2016), die im viktorianischen London spielt, setzte er bevorzugt auf Antihelden aus der Literatur, wie Dorian Gray, Dracula und Frankensteins Monster. Seine neue Antagonistin aber lässt viel Spielraum für Interpretation, wie Logan im exklusiven Interview erzählt: „Sie ist der böse Engel auf unserer Schulter. Nennt sie Göttin, nennt sie Dämonin, sie repräsentiert die Wahl, die die Menschen haben.“

Zentrales Thema: Das Monster im Menschen

Dem stimmt auch Natalie Dormer zu: „Magda ist keine eindimensionale Personifikation des Teufels. Sie setzt vielmehr das Monster frei, das in uns steckt!“ Für die Dämonin, meint Dormer, sei der Mensch eine egoistische Kreatur. Was bedeute, dass selbst ein guter Mensch in der Lage sei, Böses zu tun, ob aus Furcht oder unangebrachtem Gerechtigkeitssinn, um seine Familie oder sein Land zu schützen.

Autor John Logan sieht in ihr eine „Metapher für alles, was die Menschen in der modernen Welt erschreckt.“ Magda gegenüber steht Santa Muerte, eine Heilige aus der alten Welt, die vor allem von den Latinos angerufen wird. Sie holt die Toten, gewährt jedoch auch Schutz vor dem Bösen. „Sie ist der übernatürliche, ikonische Teil der Serie, der in der katholischen Folklore eine wichtige Stellung einnimmt“, erklärt Logan. Unverzichtbar für seine Erzählung, die zu großen Teilen in den Latino-Bezirken von L.A. spielt. Aus denen stammt auch sein „Lieblingskind“ Tiago Vega, Neuzugang beim Los Angeles Police Departement: „Mit Tiago und seinem Partner Lewis Michener habe ich angefangen und dann alles andere um sie herum aufgebaut.“

Einer der zentralen Schauplätze ist für den Musicalfilm-Fan Logan die Latino-Dancehall „Crimson Cat“. „Unser Choreograf hat eine vibrierende, aufregende, sexy Welt auf die Beine gestellt, eine Tanzszenerie, die das Geschichtenerzählen übernimmt.“ Logan ist überzeugt von „Penny Dreadful: City of Angels“: „Nichts ist nur annähernd so wie diese Serie. Sie ist auf einzigartige Weise voller Emotionen, Drama, Tanz und übersinnlicher Dinge.“ Weitere Staffeln sind für ihn ein Muss. „Die Geschichte von Los Angeles ist wahnsinnig interessant. Ich glaube, ich könnte ewig daran weiterschreiben.“

GOLDENE KAMERA Serientipp, weil...

...Los Angeles in den 1930er Jahren eine faszinierende Stadt voller Geheimnisse ist und Natalie Dormer darin als teuflische Dämonin glänzt.

Hinweis der GOKA-Redaktion: Wer kein Sky-Kunde ist, kann für € 4,99 jetzt 2 Monate Sky Ticket testen und "Penny Dreadful: City of Angels" ab dem 8. Juni komplett streamen.

Weitere Serienhighlights im Juni: