"The Good Fight": Im Namen der Gerechtigkeit

Die kluge Anwaltsserie "The Good Fight" (Dienstag, 30. Juni, 21 Uhr, Fox) gewinnt mit Humor und Aktualität – auch in Staffel vier.

Der Kampf startete 2017: In der allerersten Szene von "The Good Fight" verfolgte Anwältin Diane Lockhart (Christine Baranski) deprimiert die Vereidigung von Donald Trump im TV. Seitdem war der Twitter-Präsident Dauerthema der Serie. Doch jetzt sieht die Welt plötzlich anders aus: Hillary Clinton residiert im Oval Office des Weißen Hauses! Weiß doch jeder – außer Diane, die so viel Glück kaum fassen kann. Bis ... Zum Auftakt der vierten Staffel erlauben sich die Macher einen originellen Schlenker.

"The Good Fight"- Staffel 4

Christine Baranski im Interview

"Diese erste Episode ist eine Art Gedankenspiel", erklärt Baranski GOLDENE KAMERA. "Was wäre, wenn tatsächlich eine Frau an der Spitze stünde? In den elf Jahren, die ich Diane nun schon spiele, ist das meine absolute Lieblingsfolge!" Die coole Seniorpartnerin Diane Lockhart war schon der heimliche Star der Anwaltsserie "Good Wife", die es ab 2009 auf sieben Staffeln brachte. Baranski, die Legionen von Fans auch als Dr. Hofstadter in "The Big Bang Theory" kennen, erntete für die Rolle sechs Emmy-Nominierungen. Im Spin-off "The Good Fight" steht die Idealistin Diane nun im Zentrum: als Partnerin der Kanzlei Reddick, Boseman & Lockhart, die fast nur Afroamerikaner beschäftigt und sich gegen Rassismus einsetzt.

Darum geht's in "The Good Fight"- Staffel 4

Nach dem Abstecher in eine alternative Realität sieht der Alltag bei Reddick, Boseman & Lockhart so aus: Die Kanzlei hat ihren wichtigsten Mandanten verloren und fusioniert notgedrungen mit einer internationalen Firma. Die Inhaber Diane, Liz Reddick und Adrian Boseman werden gegängelt, bekommen Fälle zugeteilt und müssen jeden Schritt von oben absegnen lassen. Das birgt natürlich jede Menge Konfliktpotenzial und strapaziert die Nerven der Juristen.

Topanwältin Lucca Quinn, die vor der Übernahme eigentlich zur Partnerin aufsteigen sollte, wird ein arroganter alter Bekannter aus "Good Wife" als Aufpasser zur Seite gestellt. Und Diane kommt auf die Spur einer mysteriösen Korruptionsaffäre: Offenbar werden Richter von solventen Klägern massiv unter Druck gesetzt.

Hintergrund

"Trump bringt Diane immer noch auf die Palme. Diesmal steht aber das gesamte Justizsystem auf dem Prüfstand", sagt Christine Baranski. "Wenn sogar die Rechtsprechung untergraben wird und man nicht mal mehr auf Institutionen bauen kann, wird es wirklich gruselig. Darum geht es in Staffel vier.

2020 stehen ja wieder Wahlen an. Was auch immer dann passiert, wird sich in der Serie widerspiegeln. ,The Good Fight‘ ist immer am Puls der Zeit: Was wir im wahren Leben durchmachen, das erleben auch die Figuren. Vielleicht sehen wir Diane also bald im Homeoffice!“

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Wegen der Corona-Pandemie musste der Dreh abgebrochen werden, statt zehn gibt es diesmal nur sieben Episoden. Spannung und Biss tut die Verkürzung aber keinen Abbruch. Außerdem können wir uns auf einen weiteren "Good Wife"-Favoriten freuen: Michael J. Fox als Anwalt Louis Canning, der seine Parkinson-Erkrankung vor Gericht schamlos ausnutzt und die Mitleidsnummer fährt, gibt sich als Stargast die Ehre.